Montag, 27. April 2015

Halbfinale, Hoffnung, Zweckpessimismus,...

Ich bin hin- und hergerissen, zwischen "Jetzt sind wir aber mal dran..." und "Wir haben eh keine Chance", wenn ich an das Spiel am kommenden Dienstag im Münchener Furzkissen denke.

Zur sportlichen Chance bzw. der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Mannschaften fehlen mir einfach die Eindrücke der Bayern, denn ich habe weder die Niederlage in Porto noch die Galavorstellung im Heimspiel verfolgt und denke, dass die Leistung gegen Hertha nicht aussagekräftig sein dürfte, nachdem ich im Radio hörte, dass alle Spanier geschont wurden.

Selbst unser Heimspiel gegen die Roten dürfte keine Aufschlüsse bieten, denn sowohl unsere Mannschaft als auch die des neuen deutschen Meisters wird personell anders aussehen.

Die Viererkette mit Durm, Hummels, Papa und Schmelle finde ich stabil, im defensiven Mittelfeld fehlen mir konstante Leistungen und bei den Gegenübern (insbesondere Thiago) wird mir schon schwindelig. Ich würde aber trotzdem Ginter und Bender bringen.

Nach vorne sehe ich da schon mehr Möglichkeiten, wobe ich gespannt bin, wer für Reus weichen wird:

Miki find ich aktuell richtig stark und gerade in München könnte er gerne mal wieder so ein Tor hinlegen, wie in der Vorsaison beim 3-0 (Träum!).

Bitte nicht schon wieder...
Shinji hat auch wieder in die Spur gefunden und mit zwei Toren in den letzten beiden (Heim-) Spielen zumindest sein Näschen für den freien Raum vor dem Tor entdeckt.

Kuba ist ein Arbeitstier, wobei er am Samstag einige Fehlpässe produzierte. Daher tippe ich mal auf ihn, auch weil Shinji im Spiel der Vorrunde stark gegen Alonso presste.

Auba sollte gesetzt sein und wenn er Platz bekommt, wie beim Sahnekonter gegen die Eintracht am Samstag, ist er ne Waffe!

Was spricht also für uns? Leider trotzdem NICHTS... vielleicht noch der Fußball-Gott, der Kloppo einen würdigen Abschied gönnt, aber gibt es überhaupt einen Fußball-Gott, erst recht wenn Bayern der Gegner ist?

Mit dem Erreichen der Meisterschaft (auf der Couch) können die Bayern umgehen. Sie werden uns auch nicht unterschätzen, aber ein paar Glückwünsche oder Blumen (;-)) vor dem Anpfiff könnten ja zumindest für ein paar Gedanken der Ablenkungen sorgen.

Ich glaube trotzdem, dass es den Bayern wichtig ist, gerade UNS den Titel zu vermiesen, wobei sie dann ja auch auf das fast schon traditionelle Supercup-Spiel mit uns verzichten müssten.

Egal... wir sind dran: Berlin, Berlin - wir fahren nach ... oder doch nicht???!!!


Sonntag, 5. April 2015

Ein komischer Abend...

Ich gebe zu, ich habe mit meinem Vorsatz gebrochen... Eigentlich wollte ich ja keine Spiele des Super-Duper-Mega-Rekord-Meisters anschauen! Warum? Weil ich der Meinung war, dass es nur eine Reaktion auf die Monopol-Stellung des FCB in der Liga gibt, nämlich diese Zusammenstellung von Stars, bezahlt durch deutsche DAX-Konzerne, zu boykottieren bzw. ignorieren.

Dennoch verleitete mich eine Mischung aus Motivation, mein Team zu supporten, und ziemlich viel Resignation, dass offenbar weder die deutsche Fanschar noch die ach so toll organisierte DFL merken, wie schädlich die immer größer werdende Klippe zwischen Bayern und dem Rest der Liga tatsächlich ist, dazu, dem Ruf des Topspiels des 27. Spieltag zu folgen.

Und so fand ich mich pünktlich auf meinem Sitzplatz wieder und freute mich auf das Spiel und über die tolle Choreo zum 41. Geburtstags des Westfalenstations!

Zur Aufstellung kann ich nur sagen, dass ich mit Kagawa gerechnet hatte, dem unser Trainer aber offenbar ein wenig Erholung nach der Länderspielwoche verordnet hatte.

Das Spiel begann unsere Borussia drückend und die ersten Minuten fanden ausschließlich in der Hälfte des FC Bayern statt, bis dieser zum ersten Nadelstich ansetzte und fast mit dem ersten Überqueren der Mittellinie das 0-1 erzielte. Schon da und erst recht nach den ersten cleveren, taktischen Fouls durch Schweini, Xabi und Co. wurde deutlich, wie unterschiedlich die Nervenkostüme der beiden Teams waren. Alle Bayern spielten ruhig und technisch perfekt, während unsere Jungs, dem Tabellenplatz entsprechend, immer hektischer und nervöser wurden.

So ist das Spiel der ersten Halbzeit auch sehr schnell eingeordnet und das 0-1 erzielte ¨unser¨ Lewy, nachdem wir zwar viele Zweikämpfe gewonnen hatten, die entscheidenden aber eben an die Bayern gingen.

In der Pause merkte man dann schon, dass es zurzeit nur wenig Zuversicht und Vertrauen auf den Tribünen gibt. Zumindest wenn man dazu die Kommentare und die Körpersprache meiner Sitznachbarn als Bewertungsgrundlage heranzieht.

In der zweiten Halbzeit konnte der BVB die Bayern weitestgehend vom eigenen Tor oder Abschlüssen fern- bzw. abhalten, entwickelte aber ebenfalls wenig Gefahr vor dem Tor des besten Torhüters der Galaxie, was er eindrucksvoll beim Freistoß durch Marco Reus in der 88. Minute bewieß.

Jürgen Klopp sah dann auch in der fehlenden Durchschlagskraft vor dem Sechzehner und in den zu wenigen Torchancen den Hauptgrund für die Niederlage! Aussagen, die wir in letzter Zeit (z.B. gegen Köln und den HSV) bereits hörten...

Allerdings stelle ich mir dazu folgende Fragen:

Müssen wir uns (erst recht gegen Bayern) Siege tatsächlich verdienen?

Reicht es nicht, wenn wir einfach mal ein Tor mehr als der Gegner schießen?

Warum müssen unsere Tore immer, wie gegen 96, herauskombiniert werden?

Wieso taugen unsere Ecken nicht mehr dazu, das Publikum hinter sich zu bringen?

Wann erleben wir, dass sich nach dem Spiel mal die Bayern über den Schiedsrichter aufregen? Nach Wembley 2013, Berlin 2014, gab es für die Roten (in einem für uns wichtigen Spiel) wieder keinen Grund sich über mangelnde Unterstützung durch den Referee zu beschweren, weil er z.B. zwei mögliche Elfer für uns eben mal wieder nicht gegeben hat!?

Auch die Spieler sprachen nach dem Spiel wieder einmal davon, dass der Gegner (diesmal allerdings die angeblich beste Mannschaft der Welt) effektiver war und man sich den Sieg eben nicht verdient hätte.

Fragen sich die selben Spieler eigentlich auch, warum sich die Gladbacher nicht für ihren Dreier in München geschämt haben, nachdem man in allen Statistiken deutlich unterlegen war und aus 4 Torabschlüssen ein 2-0 heraussprang?! 

Ich erinnere mich immer noch an Aussagen der Hinrunde, wo man davon sprach, auch mal ¨dreckige Siege¨ einfahren zu müssen. Allerdings glaube ich nicht, dass der Sportsgeist unserer Mannschaft das tatsächlich zulassen kann. Und so ordnet man sich nach dem Spiel, wie der Schiedsrichter, artig unter und überlässt das Jubeln dem Gegner, der mit einer Millionentruppe taktisch mit Mannschaften der unteren Tabellenhälfte gleichzog.

Und warum? Weil sie es können bzw. es gegen uns reicht!

Fragen über Fragen.

Nicht unerwähnt möchte ich noch zwei Dinge des gestrigen Abends lassen: Die Fanabteilung twitterte ca. eine Minute vor Schlusspfiff, dass das Spiel bereits beendet sei und es gab in einer Schlussphase, in der man ein 0-1 immer drehen kann, kaum ein Aufbauen oder entsprechende Stimmung von den Tribünen: Glaube und Selbstbewusstsein sieht anders aus!!

Nun kommt der gehasste Hopp-Club, um sich mit uns um den Einzug in die nächste Runde des Pokals zu streiten... mal schauen, ob es dann wieder so komisch wird!

Samstag, 21. März 2015

Es nervt...

Null zu Drei gegen Juve, 3 Spiele ohne eigenes Tor, Platz 10 in der Liga und das mit dem (vor der Saison prognostizierten) besten Kader der Vereinsgeschichte!? Da fällt die Suche nach den Schuldigen schwer...

Nicht für die Medien. Schuld sind ALLE! Alle, die beim BVB das Geld zum Fenster herausgeschmissen haben, die eine Taktik spielen lassen, die sich längst selbst überholt hat und vor allem die, die keine Tore mehr schießen.

ES NERVT!

Wenn man sich dann überwindet, Artikel mit reißerischen Überschriften zu lesen, um zu erfahren, was alles falsch gemacht wurde und, dass unbedingt ein Umbruch her muss, dann fragt man sich, wo denn die echten Ideen und Vorschläge für eine KURZFRISTIGE Verbesserung der Lage zu finden sind!

Keiner spricht tatsächlich darüber, dass der Umbruch entweder nicht funkioniert hat oder sich noch im Gang befindet. Sicherlich ist es ärgerlich, dass man die Champions League nicht erreichen wird und wie man gegen Juve ausgeschieden ist, aber man befindet sich noch in der Saison. Einer Saison, die noch Chancen bietet: im Pokal und auch in der Liga.

Diese Vorwurfsmaschinerie hilft niemandem, im Gegenteil: sie versucht Stimmung zu machen, die dazu führen soll, dass Spieler und Verantwortliche JETZT die Nerven verlieren, dass sie die Europa League nicht schaffen, ggf. sogar noch in den Abstiegsstrudel abrutschen und sich gegenseitig beginnen, zu zerfleischen.

Auch ich bin enttäuscht, weil ich das Gefühl habe, dass einige Spieler das Vertrauen und die Loyalität, die ihnen vom Verein, dem Trainer entgegengebracht werden, nicht mit Leistung zurückzahlen. Aber ich finde auch, dass es eben in einer Zeit des Umbruchs so aussehen kann und tatsächlich gar nicht so ist, sondern ander Dinge die Leistung beeinflussen.

Es ist schade, aber man sollte nicht immer die erfolgreichen Zeiten betrachten, sondern weiter Vertrauen haben und versuchen, dass man das tut, was bisher auch größtenteils funkionierte: als Fan alles zu geben, um den Rahmen für den Umbruch bzw.einen positiven Ausgang zu liefern.

Sonntag, 25. Januar 2015

Eine Woche noch ...

..., dann rollt endlich wieder der Bundesliga - Ball!

Dann wird die wichtigste Frage der letzten Jahre beantwortet: Hat Jürgen Klopp die Zeit tatsächlich nutzen können, um den Abstieg zu vermeiden?

Um mehr geht es tatsächlich nicht. Das muss man nach der katastrophalen Hinrunde einfach einsehen, wenn es auch schwerfällt.

Wenn man Aussagen in Interviews und Testspiele vergleicht, kommen mir einige Zweifel! Nicht daran, den Klassenerhalt zu schaffen, allerdings an der Einschätzung, man habe in der Zeit eben das nachholen können, was in der Sommerpause nicht möglich war: den Aufbau der körperlichen Fitness und das Trainieren der Abläufe.

Es bestehen tatsächlich auch Zweifel, ob die Zusammenstellung der Mannschaft auf lange Sicht von den Verantwortlichen richtig eingeschätzt wird und der Kauf von Kevin Kampl ausreicht.

Nimmt man noch einmal die oft angeführten Gründe für die Niederlagen-Serie und schaut sich die Spiele gegen Sion, Bukarest, Utrecht und Düsseldorf an, so sehe ich keine Fortschritte bei Abläufen bzw. der Abstimmung in der Offensive. Weder Immobile noch Ramos haben überzeugt, waren, im Gegenteil, immer dann wie Fremdkörper, wenn sie beginnen durften.

Auch die in der Hinrunde oft umgestellte Defensive konnte sich, meiner Meinung nach, nicht auf die Rückrunde vernünftig vorbereiten, was hauptsächlich mit den erneuten Ausfällen der Sechser Bender und Kehl zusammenhängt.

Nimmt man die Abstellungen von Aubamejang und Kagawa hinzu, summiert sich allein das auf einige Fragezeichen!

Das Hauptproblem, die angeschlagene Psyche eines jeden Spielers, hat man, wenn man das Auftreten oder die Körpersprache der Vorbereitungsspiele nimmt, bisher gar nicht angehen können. Daher stellt sich mir die Frage: Hofft man, wie Mitte der Hinrunde, wieder auf eine Siegesserie oder glaubt man in der Winterpause genug Selbstvertrauen erlangt zu haben, um erneute Rückschläge, die nicht kalkulierbar sind, wegstecken zu können?

Gerade das Spiel gegen eine tiefstehende Fortuna aus Düsseldorf hat gezeigt, dass die Mannschaft weiterhin wenig mit Ballbesitz gegen solche Gegner anfangen kann und die Defensive relativ anfällig ist, weil selbst eine Überzahl nicht reicht, wenn man wie beim 1-0 die Räume und nicht die Gegner deckt.

Daher frage ich mich immer noch, warum man mit einer Spitze gegen eine Fünferkette aufläuft, die Außen so selten zur Grundlinie durchkommen und, wenn, warum in der Box, die früher Sechzehner hieß, kaum Anspielstationen vorhanden sind?

Lichtblicke gab es allerdings auch: Kuba kommt wieder in Fahrt und die Jugend überzeugte durch Unbekümmertheit und Qualität. Hoffen wir, dass unser Trainer das zu nutzen weiß und nicht zu lange wartet, bis nämlich der Druck auf diese jungen Spieler zu groß sein wird.

Klopp zieht seinen Stiefel durch und ich hoffe, dass das Team das einerseits als Signal der Loyalität und Sicherheit wahrnimmt und mit Siegen zurückzahlt.

Lange war mir schon nicht mehr so unwohl. Gut, dass endlich bald wieder Fußball ist ;-)

Montag, 1. Dezember 2014

Weitermachen oder Richtungs-/Systemwechsel?

Tabellenletzter, Negativschlagzeilen, Stammtischparolen, so starten wir in den Monat des 105. Geburtstags unseres BVB und wenn man sich die Protagonisten anschaut, so kann man kaum glauben, dass im Sommer viele von Dortmunder Weltmeistern und dem besten Kader aller Zeiten schwärmten.

Es gab den Abgang eines Schlüsselspielers (Robert Lewandowski), aber auch Zugänge, die Jürgen Klopp und seinem Team mehr Breite im Kader und Variationsmöglichkeiten bieten sollten. Genau dem Trainerteam, welches sowohl systemseitig als auch im Bereich "Auftreten der Mannschaft" in den letzten Jahren im Fußball Maßstäbe gesetzt hat.

Die Vorbereitung war aufgrund von Verletzungen, Spielern in Reha-Maßnahmen oder WM-Urlauben suboptimal und dennoch startete man relativ erfolgreich in die Saison, als man Bayern und Arsenal nicht nur schlug, sondern dominierte.

Auch die Neuzugänge trafen, auch wenn sie immer wieder Schwächen im Spiel gegen den Ball und Abstimmungsprobleme zeigten.

Immer mehr führten allerdings individuelle Fehler zu Gegentreffern, die man nicht durch eigene Offensivaktionen und entsprechende Tore ausgleichen oder wettmachen konnte.

Die Leistungen in der Champions League schienen Grund zur Überzeugung zu sein, dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte, bis die Mannschaft wieder in die Spur kommt.

Immer neue individuelle Fehler und das Gefühl, dass diese, aber auch Verletzungen oder Schiedsrichterleistungen wie ein Fluch über der Mannschaft liegen, führten zu mehr Negativerlebnissen und einer gewissen Resignation oder Hilflosigkeit.

Auch starke Leistungen in den ersten Halbzeiten gegen Bayern und Paderborn oder im gesamten Spiel gegen Mönchengladbach konnten nicht zu einer Beruhigung beitragen bzw. den einzelnen Spielern Sicherheit geben.

Daher stellt sich die Frage, was kann das Trainerteam tun, um jedem Spieler Sicherheit zu geben, die sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht haben können und nun zusätzlich von der Vereinsführung die komplette Verantwortung für die Situation übertragen bekommen haben.

Wenn man Aufstellungen und Spielsysteme der bisherigen Spiele betrachtet, so gab es nach anfänglichen Umstellungsmaßnahmen im Offensivbereich den Versuch, der Mannschaft im 4-2-3-1 Sicherheit zu geben. Die Ausfälle und Wechsel im Defensivbereich konnte man allerdings so nicht ausgleichen. Individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme führten weiterhin zu Gegentoren, die sich oft ähnelten, aber immer von anderen Spielern verschuldet wurden. So wurden Standards des Gegners, aber auch eine oft verwaiste Mitte im Defensivverbund zur Achillesferse.

Auch die Offensivbemühungen konnten diese Defensivprobleme nicht ausgleichen, wobei man positive Entwicklungen (im Zusammenhang mit der Rückkehr von Kreativspielern) erkennen kann. Eigene Standards wirken allerdings zu wenig durchschlagskräftig oder variantenreich und konnten von den gegnerischen Abwehrspielern vergleichsweise leicht verteidigt werden.

Daher stellen viele Beobachter auch die Trainingsmaßnahmen (bzgl. der Standards) in Frage, wohlwissend wie wenig Zeit dem Team (Trainer und Mannschaft) bleibt, um Abläufe immer wieder zu trainieren und erneute Ausfälle sowie Rückkehrer dabei zu berücksichtigen.

Ich frage mich vielmehr, ob es von Seiten der Aufstellung her Möglichkeiten gibt, um das Spiel zu stabilisieren und den Spielern Sicherheit zu geben. Aufgrund der Tore, die aus dem Spiel heraus entstanden sind, sehe ich Potential in der defensiven Mitte, wo Spieler oft zwischen den Innenverteidigern frei zum Abschluss bzw. Toren kamen. Da viele Mannschaften mit einem Stürmer auflaufen, denke ich, dass man durch eine Dreierkette und eine Fünferbesetzung im Mittelfeld, sowie zwei Stürmern darauf reagieren kann. Voraussetzung dafür ist natürlich das Spielermaterial, was in meinen Augen durch die Rückkehr von Hummels und Sokratis ausreichend vorhanden sein sollte.

Daher könnte ich mir folgende taktische Aufstellungen vorstellen, wohlwissend, dass der Trainer es eher nicht machen wird, weil er vermutlich hofft, dass die Spieler spätestens zum Rückrundenstart das gewohnte System verinnerlicht haben und erfolgreich aus der Abstiegszone kommen werden:
 
Weidenfeller
Subotic Hummels Sokratis
 Piszczek Bender Kagawa Gündogan Durm
Aubamejang Mkhitaryan
 
oder
 
Langerak
Ginter Hummels Sokratis
Kuba Kehl Mkhitaryan Sahin Schmelzer
Immobile Ramos
 
In meinen Augen bieten sich diverse weitere Spieler für dieses System an, erst Recht, wenn sie wieder fit sind!
 
Die Situation ist so schwierig, weil es so viele Baustellen gibt und die zunehmende Beunruhigung des Umfelds trägt nicht dazu bei, dass es einfacher wird, was allerdings psychologisch zu einem Zusammenrücken der Mannschaft führen wird. Das alleine wird aber nicht reichen, um vor Rückschlägen gewappnet zu sein, weil viele Spieler zu sensibel auf entsprechende Situationen reagieren.
 
Es bleibt spannend und wird einige Wochen dauern, bis man eine Verbesserung und Stabilisierung erkennen können wird und ich wünsche mir, dass es die bisherigen Verantwortlichen schaffen werden!

Freitag, 28. November 2014

Die Sehnsucht nach Chaos!

Jetzt hat es den BVB also auch in der Champions League erwischt und alle Welt fragt sich, ob die Niederlage gegen Arsenal nun die endgültige Bestätigung dafür ist, dass dieser Mannschaft völlig die Qualität abhanden gekommen ist.

Die Bildzeitung und selbst der eigene Medienpartner Ruhr Nachrichten melden aber auch Zweifel am korrekten Umgang mit der Mannschaft seitens der Fans an.

Auch in diversen Foren oder Facebook-Gruppen werden Stimmen laut, man müsse endlich einmal mit Pfiffen quittieren, was die Mannschaft abliefert. In meinen Augen ist das eine typische Panikreaktion, weil man sich nicht anders zu helfen weiß und gleichzeitig einfach Frust abbauen will.

Mir stellt sich aber die Frage, was negative Reaktionen gegenüber der Mannschaft bringen sollen bzw. wem sie tatsächlich nutzen würden. Die Mannschaft zeigt immer wieder, wenn auch leider nicht konstant, dass sie sowohl gegen Spitzenmannschaften und selbst gegen tief stehende Teams spielen kann. Wie zerbrechlich das Selbstvertrauen allerdings ist, zeigt sich in Situationen, wenn genau das passiert, was man absolut nicht brauchen kann. Das war gegen Hannover so, als eine gute Partie durch ein Freistoßtor von 96 plötzlich zu überhasteten Aktionen führte. Auch gegen Paderborn konnte man an der Körpersprache ablesen, dass sowohl das Ausscheiden von Reus als auch das zu Unrecht nicht gegebene Tor von Großkreutz Spuren hinterließ. Jetzt gegen Arsenal war es dann ausgerechnet ein frühes Tor aus einer tatsächlichen Abseitsposition, welches alle Vorsätze zunichte machte.

Diese Ereignisse prägen den psychischen Zustand der Mannschaft, die jetzt auch noch zeigen soll, dass sie es "alleine auf dem Platz" richten muss, wie Aki Watzke es formuliert hat.

Wir haben also eine nicht eingespielte Mannschaft, aus der immer wieder Weltklassespieler durch Verletzungen herausgerissen werden, die das Gefühl hat, weder Glück noch Schiedsrichterentscheidungen auf ihrer Seite zu haben, deren Ansprüche und Ziele aufgrund der letzten Jahre nicht erreichbar zu sein scheinen und eine Medienlandschaft, die es offensichtlich nicht gut haben kann, dass die Fans weiter der Mannschaft versuchen, den Rücken zu stärken.

So ist es nicht verwunderlich,  dass man seitens der Presse versucht, zumindest einen Teil der Fans gegen die Mannschaft aufzubringen. Denn nur dann hat man genug Rückenwind, um gegen die Verantwortlichen vorzugehen und die Stimmung für negative Schlagzeilen anzuheizen.

Diese Sehnsucht der Medien dürfen wir ihnen auf keinen Fall erfüllen!

Daher sollten wir Fans weiterhin zur Mannschaft stehen, vielleicht aber unsere Art der Unterstützung ändern, indem man mehr auf gewonnene Zweikämpfe, gelungene Aktionen oder herausgeholte Ecken mit positiven, lauten Anfeuerungen reagiert, als die inzwischen üblichen Texte über die eigene Treue ständig herunterzusingen.

Genauso sollten wir den Gegner und den Schiedsrichter durch Pfiffe mehr unter Druck setzen, so dass sich die gegnerischen Spieler nicht mehr freuen, im Tempel auflaufen zu dürfen, sondern zumindest beeindruckt zu sein.

Ich hoffe, dass man genug Geduld aufbringt, um spätestens in der Vorbereitung zur Rückrunde die Weichen für die positive Zukunft stellen zu können.

Alles andere möchte ich mir gar nicht vorstellen, denn es endet in meinen Augen nicht mit einem Abstieg, wohl aber mit einem Abschied von dem Mann, dem wir alles verdanken und dessen Nachfolger schon jetzt ein schweres Erbe zu prognostizieren ist.

Also: Jetzt erst recht ... Echte Liebe ... Wir halten fest und treu zusammen!

Montag, 3. November 2014

Lösungsansätze


----- Viele Baustellen -----

Jürgen Klopp sagte am Samstag nicht zum ersten Mal, dass man viele Baustellen habe und die Situation "beschissen" sei und angesichts von Tabellensituation und Punkteausbeute kann man das unterstreichen. Tatsächlich zeigt die Aussage wie unübersichtlich und weitgefächert die Probleme sind. Hervorheben muss ich aber den Standpunkt, dass man selbst für die Situation verantwortlich sei. Das zeigt, dass er darauf aus ist, Ergebnisse aufgrund von eigener Leistung erzielen zu wollen und nichts geschenkt haben möchte, auch weil er darauf nichts aufbauen kann.

Meine Hoffnung war und ist allerdings, dass alle Verantwortlichen den Überblick behalten haben. Und diese Hoffnung sehe ich darin bestätigt, dass man offensichtlich kontinuierlich versucht, die Stärken der Mannschaft wieder zu wecken.

----- Erwartungshaltung -----

Problematisch ist die Erwartungshaltung (auch die der Spieler) im Zusammenhang mit dem Wissen über der Qualität und Möglichkeiten, die die Mannschaft in der Vergangenheit, aber auch in der diesjährigen Champions League gezeigt haben. Was vermutlich zwangsläufig dazu führt, dass man Niederlagen bzw. Ergebnisse in den Vordergrund stellt und Sätze fallen, es sei zu wenig, was die Spieler zeigen bzw. dass Einstellung oder gar die Qualität fehle.

Mir ist das zu oberflächlich und, auch wenn ich später aufzeigen möchte, dass Vergangenes oder Erlebtes nur bedingt hilft, das Jetzt und Zukünftige zu verbessern, gibt es viele Situationen, in denen der BVB schon gezeigt hat, dass er Spieler entwickelt und Formtiefs durch gezielte, weniger kurzfristige Maßnahmen überwunden wurden.

----- Kein Kurswechsel -----

Nun gibt es viele unterschiedliche Ansätze, wie man die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann und in meinen Augen versucht man zu Recht, nicht den Kurs zu wechseln, sondern die Stärken der Gruppe und der einzelnen Spieler wieder hervorzuheben. Ein Kurswechsel, also eine Abkehr von der erfolgs- oder nach vorne orientierten Spielphilosophie hin zum defensiveren Spielstil von typischen Abstiegskandidaten verbietet sich allein schon aufgrund der Zusammenstellung des Kaders!

Was jeder verinnerlichen muss, ist, dass es immer wieder Rückschläge und Einflüsse (insbesondere Verletzungen / siehe Hummels) geben wird, die man nicht kontrollieren kann. Man muss vielmehr aus den Spielerköpfen herausbekommen, dass man dem ausgeliefert ist, denn schnell werden diese Erlebnisse zu unterschwelligen Traumata, die sich auch auf die mentale Kraft auswirken.

Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, nur Vergleiche mit der eigenen Vergangenheit oder ähnlichen Situationen heranzuziehen, denn das hilft genau nur so lange, bis man wieder einen Schuss vor den Bug bekommt. Was in meinen Augen auch für abergläubische Rituale, wie Trikotwechsel oder hervorgezauberte Statistiken (z.B. keine Niederlage unter Flutlicht) gilt. Diese Situation ist, wie jede andere auch, einzigartig und kann weder historisch noch statistisch mit anderen verglichen werden. Erfahrungen im Umgang mit Krisen helfen sicherlich, aber die Analyse der Situation sollte immer im Vordergrund stehen.

So ist es jetzt also die Aufgabe, auch gegen das Misstrauen vieler erfolgsverwöhnten Menschen aus dem Umfeld, "einfach" weiterzumachen. Die Spieler, die weder eine gemeinsame Vorbereitung, (wenn sie überhaupt eine) hatten, noch die Möglichkeit bekamen, sich während der Saison aufeinander abzustimmen, bekommen entsprechend die Zeit, sich auf dem Feld einzuspielen.

Das ist tatsächlich in den letzten Wochen immer mehr gegeben und wenn man sich die Entwicklung der Spiele von Köln bis Bayern anschaut, dann sieht man, dass es Spielern wie Reus, Mkhitaryan, Kagawa und Aubameyang immer besser gelingt, ein Spiel aufzuziehen, was zwangsläufig Chancen und bald auch wieder ausreichend Tore bringen wird.

----- Das Wissen (!) der eigenen Stärke -----

Bleibt das Thema "individuelle Fehler", die vermehrt zu Gegentoren geführt haben und Niederlagen besiegelt haben. Hier muss man Fehler akzeptieren bzw. erkennen, dass nach entsprechenden Gegentoren nicht alles zusammenbrechen muss. Gegentore passieren hauptsächlich aufgrund von Fehlern, aber auch durch Glücksschüsse, seien sie abgefälscht oder einfach außergewöhnlich gut getroffen.

Der Glaube an die eigene Stärke muss wieder kommen und da helfen Erfolgserlebnisse, die nicht nur in Toren oder Siegen zu sehen sein dürfen, sondern in gewonnenen Zweikämpfen und gelungenen Ballstafetten. Und da muss man hinkommen, es darf auch eigentlich nicht "Glauben" heißen, sondern muss vielmehr das Wissen um die eigene Stärke sein!

----- Die nächsten Schritte und Rückkehrer -----

In der kommenden Woche hat man zusätzlich auch einmal ein wenig Zeit, sich auf ein Spiel gemeinsam (!) vorzubereiten, da man schon am Dienstag in der Champions League spielt und erst am Sonntag gegen den starken VfL aus Mönchengladbach. Abläufe, aber auch Standards sollten hier im Vordergrund stehen und die Mannschaft wieder ein paar weitere Schritte nach vorne bringen. Aber auch da gilt, dass das Spielergebnis nur kurzfristig wichtig ist, sondern viel mehr der Weg, wie man das Ergebnis selbst beeinflusst, dass man es sich nämlich verdient. Ein Glückssieg, der entsteht, ohne tatsächlich zu wissen, was man anders oder besser gemacht hat, kann schon beim nächsten Rückschlag mehr Zweifel erzeugen!

Spieler, wie Kirch, Kuba oder Sahin kommen zusätzlich hinzu, die sowohl Stabilität und Spielverständnis mitbringen, aber auch hier gilt, dass man Zeit benötigt, um die Qualität voll ausschöpfen zu können.

Es ist schade oder ärgerlich, dass man in eine solche (Tabellen-) Situation gekommen ist, aber der eingeschlagene Weg aus dieser Situation bietet die Chance, etwas aufzubauen, was langfristig stabil ist und nicht, wie bei anderen Vereinen, immer wieder neu zusammenbricht!