Ich gebe zu, ich habe mit meinem Vorsatz gebrochen... Eigentlich wollte ich ja keine Spiele des Super-Duper-Mega-Rekord-Meisters anschauen! Warum? Weil ich der Meinung war, dass es nur eine Reaktion auf die Monopol-Stellung des FCB in der Liga gibt, nämlich diese Zusammenstellung von Stars, bezahlt durch deutsche DAX-Konzerne, zu boykottieren bzw. ignorieren.
Dennoch verleitete mich eine Mischung aus Motivation, mein Team zu supporten, und ziemlich viel Resignation, dass offenbar weder die deutsche Fanschar noch die ach so toll organisierte DFL merken, wie schädlich die immer größer werdende Klippe zwischen Bayern und dem Rest der Liga tatsächlich ist, dazu, dem Ruf des Topspiels des 27. Spieltag zu folgen.
Und so fand ich mich pünktlich auf meinem Sitzplatz wieder und freute mich auf das Spiel und über die tolle Choreo zum 41. Geburtstags des Westfalenstations!
Zur Aufstellung kann ich nur sagen, dass ich mit Kagawa gerechnet hatte, dem unser Trainer aber offenbar ein wenig Erholung nach der Länderspielwoche verordnet hatte.
Das Spiel begann unsere Borussia drückend und die ersten Minuten fanden ausschließlich in der Hälfte des FC Bayern statt, bis dieser zum ersten Nadelstich ansetzte und fast mit dem ersten Überqueren der Mittellinie das 0-1 erzielte. Schon da und erst recht nach den ersten cleveren, taktischen Fouls durch Schweini, Xabi und Co. wurde deutlich, wie unterschiedlich die Nervenkostüme der beiden Teams waren. Alle Bayern spielten ruhig und technisch perfekt, während unsere Jungs, dem Tabellenplatz entsprechend, immer hektischer und nervöser wurden.
So ist das Spiel der ersten Halbzeit auch sehr schnell eingeordnet und das 0-1 erzielte ¨unser¨ Lewy, nachdem wir zwar viele Zweikämpfe gewonnen hatten, die entscheidenden aber eben an die Bayern gingen.
In der Pause merkte man dann schon, dass es zurzeit nur wenig Zuversicht und Vertrauen auf den Tribünen gibt. Zumindest wenn man dazu die Kommentare und die Körpersprache meiner Sitznachbarn als Bewertungsgrundlage heranzieht.
In der zweiten Halbzeit konnte der BVB die Bayern weitestgehend vom eigenen Tor oder Abschlüssen fern- bzw. abhalten, entwickelte aber ebenfalls wenig Gefahr vor dem Tor des besten Torhüters der Galaxie, was er eindrucksvoll beim Freistoß durch Marco Reus in der 88. Minute bewieß.
Jürgen Klopp sah dann auch in der fehlenden Durchschlagskraft vor dem Sechzehner und in den zu wenigen Torchancen den Hauptgrund für die Niederlage! Aussagen, die wir in letzter Zeit (z.B. gegen Köln und den HSV) bereits hörten...
Allerdings stelle ich mir dazu folgende Fragen:
Müssen wir uns (erst recht gegen Bayern) Siege tatsächlich verdienen?
Reicht es nicht, wenn wir einfach mal ein Tor mehr als der Gegner schießen?
Warum müssen unsere Tore immer, wie gegen 96, herauskombiniert werden?
Wieso taugen unsere Ecken nicht mehr dazu, das Publikum hinter sich zu bringen?
Wann erleben wir, dass sich nach dem Spiel mal die Bayern über den Schiedsrichter aufregen? Nach Wembley 2013, Berlin 2014, gab es für die Roten (in einem für uns wichtigen Spiel) wieder keinen Grund sich über mangelnde Unterstützung durch den Referee zu beschweren, weil er z.B. zwei mögliche Elfer für uns eben mal wieder nicht gegeben hat!?
Auch die Spieler sprachen nach dem Spiel wieder einmal davon, dass der Gegner (diesmal allerdings die angeblich beste Mannschaft der Welt) effektiver war und man sich den Sieg eben nicht verdient hätte.
Fragen sich die selben Spieler eigentlich auch, warum sich die Gladbacher nicht für ihren Dreier in München geschämt haben, nachdem man in allen Statistiken deutlich unterlegen war und aus 4 Torabschlüssen ein 2-0 heraussprang?!
Ich erinnere mich immer noch an Aussagen der Hinrunde, wo man davon sprach, auch mal ¨dreckige Siege¨ einfahren zu müssen. Allerdings glaube ich nicht, dass der Sportsgeist unserer Mannschaft das tatsächlich zulassen kann. Und so ordnet man sich nach dem Spiel, wie der Schiedsrichter, artig unter und überlässt das Jubeln dem Gegner, der mit einer Millionentruppe taktisch mit Mannschaften der unteren Tabellenhälfte gleichzog.
Und warum? Weil sie es können bzw. es gegen uns reicht!
Fragen über Fragen.
Nicht unerwähnt möchte ich noch zwei Dinge des gestrigen Abends lassen: Die Fanabteilung twitterte ca. eine Minute vor Schlusspfiff, dass das Spiel bereits beendet sei und es gab in einer Schlussphase, in der man ein 0-1 immer drehen kann, kaum ein Aufbauen oder entsprechende Stimmung von den Tribünen: Glaube und Selbstbewusstsein sieht anders aus!!
Nun kommt der gehasste Hopp-Club, um sich mit uns um den Einzug in die nächste Runde des Pokals zu streiten... mal schauen, ob es dann wieder so komisch wird!
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