5-0! Das ist eindeutig und verdient. Das Ergebnis allein wirkt. Die Frage ist aber, was der BVB nun daraus macht.
Da sind die ersten Gefühle und Aussagen, unmittelbar nach dem Spiel, Versuche, zu erklären, wie es dazu kommen konnte. In Interviews sollen möglichst einfache Erklärungen geliefert werden, dabei stehen Frust und auch Scham an erster Stelle der eigenen Gefühle. Die ganze Welt hat gesehen, wie man versagt hat. Man fühlt sich allein und sucht nach Gründen. Zum Selbstschutz findet diese Suche oft zuerst bei Anderen statt, aber das Gefühl, selbst dazu beigetragen zu haben, schwingt mit. Das konnte man bei den Interviews deutlich heraushören.
Fans und Medien suchen ebenfalls nach Ursachen und vor allem: Schuldigen! Man flüchtet sich in Sarkasmus oder Ironie und weiß sowieso alles besser. Und die einfachen Erklärungen sind schnell gefunden, weil es entlastet und irgendwie befreit. Vor allem diejenigen, die vor dem Spiel schon einen 5 Punkte Vorsprung eingetütet hatten. Andere trauern genau dieser Chance hinterher.
Aber all das ist vorbei und nützt nichts. Es darf jetzt aber auch nicht im Vordergrund stehen, was viel schlimmer wäre, als (... übrigens es heißt „als“ und NICHT „wie“, Herr Matthäus) die Niederlage.
Es ist in diesem Spiel vieles zusammengekommen, was zu diesem Ergebnis geführt hat. Die eigene Leistung, jedes einzelnen Spielers und des Kollektivs ist ein Puzzlestück, die Leistung des Gegners aber auch nicht unwichtig. Dazu kommen Spielentwicklung (Was passiert, wenn Mo den Ball ins Tor und nicht an den Pfosten setzt?), aber auch grundsätzliche Voraussetzungen. Eine, bis auf Robben, volle Kapelle des FCB gegen eine Mannschaft, die sich bei uns (wie so oft seit Dezember) durch Verletzungen nicht selbstverständlich aufstellen lässt, sondern wo auch immer Risiken eingegangen werden müssen: z.B. bei Piszczek oder Diallo, während Paco, Pulisic, Guerreiro oder Hakimi ganz fehlten.
So ist man wieder Zweiter, hat sechs Spiele vor sich und ist auf Ausrutscher vom FCB angewiesen, wenn man die Sensation schaffen möchte.
Angesichts der vielen Gegentore nach Standardsituationen in der gesamten Rückrunde, muss ich sagen, wäre es allein schon eine Sensation, von den unterschiedlichen Ausgangslagen (BVB vs. FCB) sowieso, aber erst recht, nachdem man so in München verprügelt worden ist.
Trotzdem ist es noch drin. Vorausgesetzt, man ist wirklich ein Team und schafft es, nicht nur Fehler aufzuzeigen, sondern gemeinsam diese als Chance erkennt, es besser zu machen, wie Bayern nach Liverpool und Heidenheim.
Jetzt erst Recht muss die Devise heißen!
Ich erwarte von unseren Führungskräften (inkl. Reus) einfach genau das, mit dem Ziel, besser zu sein, als viele „schlaue“ Leute, die nur nach Schuld und Schuldigen suchen.
Auf geht‘s Dortmund, kämpfen und siegen ...