Es gab den Abgang eines Schlüsselspielers (Robert Lewandowski), aber auch Zugänge, die Jürgen Klopp und seinem Team mehr Breite im Kader und Variationsmöglichkeiten bieten sollten. Genau dem Trainerteam, welches sowohl systemseitig als auch im Bereich "Auftreten der Mannschaft" in den letzten Jahren im Fußball Maßstäbe gesetzt hat.
Die Vorbereitung war aufgrund von Verletzungen, Spielern in Reha-Maßnahmen oder WM-Urlauben suboptimal und dennoch startete man relativ erfolgreich in die Saison, als man Bayern und Arsenal nicht nur schlug, sondern dominierte.
Auch die Neuzugänge trafen, auch wenn sie immer wieder Schwächen im Spiel gegen den Ball und Abstimmungsprobleme zeigten.
Immer mehr führten allerdings individuelle Fehler zu Gegentreffern, die man nicht durch eigene Offensivaktionen und entsprechende Tore ausgleichen oder wettmachen konnte.
Die Leistungen in der Champions League schienen Grund zur Überzeugung zu sein, dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte, bis die Mannschaft wieder in die Spur kommt.
Immer neue individuelle Fehler und das Gefühl, dass diese, aber auch Verletzungen oder Schiedsrichterleistungen wie ein Fluch über der Mannschaft liegen, führten zu mehr Negativerlebnissen und einer gewissen Resignation oder Hilflosigkeit.
Auch starke Leistungen in den ersten Halbzeiten gegen Bayern und Paderborn oder im gesamten Spiel gegen Mönchengladbach konnten nicht zu einer Beruhigung beitragen bzw. den einzelnen Spielern Sicherheit geben.
Daher stellt sich die Frage, was kann das Trainerteam tun, um jedem Spieler Sicherheit zu geben, die sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht haben können und nun zusätzlich von der Vereinsführung die komplette Verantwortung für die Situation übertragen bekommen haben.
Wenn man Aufstellungen und Spielsysteme der bisherigen Spiele betrachtet, so gab es nach anfänglichen Umstellungsmaßnahmen im Offensivbereich den Versuch, der Mannschaft im 4-2-3-1 Sicherheit zu geben. Die Ausfälle und Wechsel im Defensivbereich konnte man allerdings so nicht ausgleichen. Individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme führten weiterhin zu Gegentoren, die sich oft ähnelten, aber immer von anderen Spielern verschuldet wurden. So wurden Standards des Gegners, aber auch eine oft verwaiste Mitte im Defensivverbund zur Achillesferse.
Auch die Offensivbemühungen konnten diese Defensivprobleme nicht ausgleichen, wobei man positive Entwicklungen (im Zusammenhang mit der Rückkehr von Kreativspielern) erkennen kann. Eigene Standards wirken allerdings zu wenig durchschlagskräftig oder variantenreich und konnten von den gegnerischen Abwehrspielern vergleichsweise leicht verteidigt werden.
Daher stellen viele Beobachter auch die Trainingsmaßnahmen (bzgl. der Standards) in Frage, wohlwissend wie wenig Zeit dem Team (Trainer und Mannschaft) bleibt, um Abläufe immer wieder zu trainieren und erneute Ausfälle sowie Rückkehrer dabei zu berücksichtigen.
Ich frage mich vielmehr, ob es von Seiten der Aufstellung her Möglichkeiten gibt, um das Spiel zu stabilisieren und den Spielern Sicherheit zu geben. Aufgrund der Tore, die aus dem Spiel heraus entstanden sind, sehe ich Potential in der defensiven Mitte, wo Spieler oft zwischen den Innenverteidigern frei zum Abschluss bzw. Toren kamen. Da viele Mannschaften mit einem Stürmer auflaufen, denke ich, dass man durch eine Dreierkette und eine Fünferbesetzung im Mittelfeld, sowie zwei Stürmern darauf reagieren kann. Voraussetzung dafür ist natürlich das Spielermaterial, was in meinen Augen durch die Rückkehr von Hummels und Sokratis ausreichend vorhanden sein sollte.
Daher könnte ich mir folgende taktische Aufstellungen vorstellen, wohlwissend, dass der Trainer es eher nicht machen wird, weil er vermutlich hofft, dass die Spieler spätestens zum Rückrundenstart das gewohnte System verinnerlicht haben und erfolgreich aus der Abstiegszone kommen werden:
Weidenfeller
Subotic Hummels Sokratis
Piszczek Bender Kagawa Gündogan Durm
Aubamejang Mkhitaryan
oder
Langerak
Ginter Hummels Sokratis
Kuba Kehl Mkhitaryan Sahin Schmelzer
Immobile Ramos
In meinen Augen bieten sich diverse weitere Spieler für dieses System an, erst Recht, wenn sie wieder fit sind!
Die Situation ist so schwierig, weil es so viele Baustellen gibt und die zunehmende Beunruhigung des Umfelds trägt nicht dazu bei, dass es einfacher wird, was allerdings psychologisch zu einem Zusammenrücken der Mannschaft führen wird. Das alleine wird aber nicht reichen, um vor Rückschlägen gewappnet zu sein, weil viele Spieler zu sensibel auf entsprechende Situationen reagieren.
Es bleibt spannend und wird einige Wochen dauern, bis man eine Verbesserung und Stabilisierung erkennen können wird und ich wünsche mir, dass es die bisherigen Verantwortlichen schaffen werden!
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