Jetzt hat es den BVB also auch in der Champions League erwischt und alle Welt fragt sich, ob die Niederlage gegen Arsenal nun die endgültige Bestätigung dafür ist, dass dieser Mannschaft völlig die Qualität abhanden gekommen ist.
Die Bildzeitung und selbst der eigene Medienpartner Ruhr Nachrichten melden aber auch Zweifel am korrekten Umgang mit der Mannschaft seitens der Fans an.
Auch in diversen Foren oder Facebook-Gruppen werden Stimmen laut, man müsse endlich einmal mit Pfiffen quittieren, was die Mannschaft abliefert. In meinen Augen ist das eine typische Panikreaktion, weil man sich nicht anders zu helfen weiß und gleichzeitig einfach Frust abbauen will.
Mir stellt sich aber die Frage, was negative Reaktionen gegenüber der Mannschaft bringen sollen bzw. wem sie tatsächlich nutzen würden. Die Mannschaft zeigt immer wieder, wenn auch leider nicht konstant, dass sie sowohl gegen Spitzenmannschaften und selbst gegen tief stehende Teams spielen kann. Wie zerbrechlich das Selbstvertrauen allerdings ist, zeigt sich in Situationen, wenn genau das passiert, was man absolut nicht brauchen kann. Das war gegen Hannover so, als eine gute Partie durch ein Freistoßtor von 96 plötzlich zu überhasteten Aktionen führte. Auch gegen Paderborn konnte man an der Körpersprache ablesen, dass sowohl das Ausscheiden von Reus als auch das zu Unrecht nicht gegebene Tor von Großkreutz Spuren hinterließ. Jetzt gegen Arsenal war es dann ausgerechnet ein frühes Tor aus einer tatsächlichen Abseitsposition, welches alle Vorsätze zunichte machte.
Diese Ereignisse prägen den psychischen Zustand der Mannschaft, die jetzt auch noch zeigen soll, dass sie es "alleine auf dem Platz" richten muss, wie Aki Watzke es formuliert hat.
Wir haben also eine nicht eingespielte Mannschaft, aus der immer wieder Weltklassespieler durch Verletzungen herausgerissen werden, die das Gefühl hat, weder Glück noch Schiedsrichterentscheidungen auf ihrer Seite zu haben, deren Ansprüche und Ziele aufgrund der letzten Jahre nicht erreichbar zu sein scheinen und eine Medienlandschaft, die es offensichtlich nicht gut haben kann, dass die Fans weiter der Mannschaft versuchen, den Rücken zu stärken.
So ist es nicht verwunderlich, dass man seitens der Presse versucht, zumindest einen Teil der Fans gegen die Mannschaft aufzubringen. Denn nur dann hat man genug Rückenwind, um gegen die Verantwortlichen vorzugehen und die Stimmung für negative Schlagzeilen anzuheizen.
Diese Sehnsucht der Medien dürfen wir ihnen auf keinen Fall erfüllen!
Daher sollten wir Fans weiterhin zur Mannschaft stehen, vielleicht aber unsere Art der Unterstützung ändern, indem man mehr auf gewonnene Zweikämpfe, gelungene Aktionen oder herausgeholte Ecken mit positiven, lauten Anfeuerungen reagiert, als die inzwischen üblichen Texte über die eigene Treue ständig herunterzusingen.
Genauso sollten wir den Gegner und den Schiedsrichter durch Pfiffe mehr unter Druck setzen, so dass sich die gegnerischen Spieler nicht mehr freuen, im Tempel auflaufen zu dürfen, sondern zumindest beeindruckt zu sein.
Ich hoffe, dass man genug Geduld aufbringt, um spätestens in der Vorbereitung zur Rückrunde die Weichen für die positive Zukunft stellen zu können.
Alles andere möchte ich mir gar nicht vorstellen, denn es endet in meinen Augen nicht mit einem Abstieg, wohl aber mit einem Abschied von dem Mann, dem wir alles verdanken und dessen Nachfolger schon jetzt ein schweres Erbe zu prognostizieren ist.
Also: Jetzt erst recht ... Echte Liebe ... Wir halten fest und treu zusammen!
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