Sonntag, 25. Januar 2015

Eine Woche noch ...

..., dann rollt endlich wieder der Bundesliga - Ball!

Dann wird die wichtigste Frage der letzten Jahre beantwortet: Hat Jürgen Klopp die Zeit tatsächlich nutzen können, um den Abstieg zu vermeiden?

Um mehr geht es tatsächlich nicht. Das muss man nach der katastrophalen Hinrunde einfach einsehen, wenn es auch schwerfällt.

Wenn man Aussagen in Interviews und Testspiele vergleicht, kommen mir einige Zweifel! Nicht daran, den Klassenerhalt zu schaffen, allerdings an der Einschätzung, man habe in der Zeit eben das nachholen können, was in der Sommerpause nicht möglich war: den Aufbau der körperlichen Fitness und das Trainieren der Abläufe.

Es bestehen tatsächlich auch Zweifel, ob die Zusammenstellung der Mannschaft auf lange Sicht von den Verantwortlichen richtig eingeschätzt wird und der Kauf von Kevin Kampl ausreicht.

Nimmt man noch einmal die oft angeführten Gründe für die Niederlagen-Serie und schaut sich die Spiele gegen Sion, Bukarest, Utrecht und Düsseldorf an, so sehe ich keine Fortschritte bei Abläufen bzw. der Abstimmung in der Offensive. Weder Immobile noch Ramos haben überzeugt, waren, im Gegenteil, immer dann wie Fremdkörper, wenn sie beginnen durften.

Auch die in der Hinrunde oft umgestellte Defensive konnte sich, meiner Meinung nach, nicht auf die Rückrunde vernünftig vorbereiten, was hauptsächlich mit den erneuten Ausfällen der Sechser Bender und Kehl zusammenhängt.

Nimmt man die Abstellungen von Aubamejang und Kagawa hinzu, summiert sich allein das auf einige Fragezeichen!

Das Hauptproblem, die angeschlagene Psyche eines jeden Spielers, hat man, wenn man das Auftreten oder die Körpersprache der Vorbereitungsspiele nimmt, bisher gar nicht angehen können. Daher stellt sich mir die Frage: Hofft man, wie Mitte der Hinrunde, wieder auf eine Siegesserie oder glaubt man in der Winterpause genug Selbstvertrauen erlangt zu haben, um erneute Rückschläge, die nicht kalkulierbar sind, wegstecken zu können?

Gerade das Spiel gegen eine tiefstehende Fortuna aus Düsseldorf hat gezeigt, dass die Mannschaft weiterhin wenig mit Ballbesitz gegen solche Gegner anfangen kann und die Defensive relativ anfällig ist, weil selbst eine Überzahl nicht reicht, wenn man wie beim 1-0 die Räume und nicht die Gegner deckt.

Daher frage ich mich immer noch, warum man mit einer Spitze gegen eine Fünferkette aufläuft, die Außen so selten zur Grundlinie durchkommen und, wenn, warum in der Box, die früher Sechzehner hieß, kaum Anspielstationen vorhanden sind?

Lichtblicke gab es allerdings auch: Kuba kommt wieder in Fahrt und die Jugend überzeugte durch Unbekümmertheit und Qualität. Hoffen wir, dass unser Trainer das zu nutzen weiß und nicht zu lange wartet, bis nämlich der Druck auf diese jungen Spieler zu groß sein wird.

Klopp zieht seinen Stiefel durch und ich hoffe, dass das Team das einerseits als Signal der Loyalität und Sicherheit wahrnimmt und mit Siegen zurückzahlt.

Lange war mir schon nicht mehr so unwohl. Gut, dass endlich bald wieder Fußball ist ;-)

Montag, 1. Dezember 2014

Weitermachen oder Richtungs-/Systemwechsel?

Tabellenletzter, Negativschlagzeilen, Stammtischparolen, so starten wir in den Monat des 105. Geburtstags unseres BVB und wenn man sich die Protagonisten anschaut, so kann man kaum glauben, dass im Sommer viele von Dortmunder Weltmeistern und dem besten Kader aller Zeiten schwärmten.

Es gab den Abgang eines Schlüsselspielers (Robert Lewandowski), aber auch Zugänge, die Jürgen Klopp und seinem Team mehr Breite im Kader und Variationsmöglichkeiten bieten sollten. Genau dem Trainerteam, welches sowohl systemseitig als auch im Bereich "Auftreten der Mannschaft" in den letzten Jahren im Fußball Maßstäbe gesetzt hat.

Die Vorbereitung war aufgrund von Verletzungen, Spielern in Reha-Maßnahmen oder WM-Urlauben suboptimal und dennoch startete man relativ erfolgreich in die Saison, als man Bayern und Arsenal nicht nur schlug, sondern dominierte.

Auch die Neuzugänge trafen, auch wenn sie immer wieder Schwächen im Spiel gegen den Ball und Abstimmungsprobleme zeigten.

Immer mehr führten allerdings individuelle Fehler zu Gegentreffern, die man nicht durch eigene Offensivaktionen und entsprechende Tore ausgleichen oder wettmachen konnte.

Die Leistungen in der Champions League schienen Grund zur Überzeugung zu sein, dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte, bis die Mannschaft wieder in die Spur kommt.

Immer neue individuelle Fehler und das Gefühl, dass diese, aber auch Verletzungen oder Schiedsrichterleistungen wie ein Fluch über der Mannschaft liegen, führten zu mehr Negativerlebnissen und einer gewissen Resignation oder Hilflosigkeit.

Auch starke Leistungen in den ersten Halbzeiten gegen Bayern und Paderborn oder im gesamten Spiel gegen Mönchengladbach konnten nicht zu einer Beruhigung beitragen bzw. den einzelnen Spielern Sicherheit geben.

Daher stellt sich die Frage, was kann das Trainerteam tun, um jedem Spieler Sicherheit zu geben, die sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht haben können und nun zusätzlich von der Vereinsführung die komplette Verantwortung für die Situation übertragen bekommen haben.

Wenn man Aufstellungen und Spielsysteme der bisherigen Spiele betrachtet, so gab es nach anfänglichen Umstellungsmaßnahmen im Offensivbereich den Versuch, der Mannschaft im 4-2-3-1 Sicherheit zu geben. Die Ausfälle und Wechsel im Defensivbereich konnte man allerdings so nicht ausgleichen. Individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme führten weiterhin zu Gegentoren, die sich oft ähnelten, aber immer von anderen Spielern verschuldet wurden. So wurden Standards des Gegners, aber auch eine oft verwaiste Mitte im Defensivverbund zur Achillesferse.

Auch die Offensivbemühungen konnten diese Defensivprobleme nicht ausgleichen, wobei man positive Entwicklungen (im Zusammenhang mit der Rückkehr von Kreativspielern) erkennen kann. Eigene Standards wirken allerdings zu wenig durchschlagskräftig oder variantenreich und konnten von den gegnerischen Abwehrspielern vergleichsweise leicht verteidigt werden.

Daher stellen viele Beobachter auch die Trainingsmaßnahmen (bzgl. der Standards) in Frage, wohlwissend wie wenig Zeit dem Team (Trainer und Mannschaft) bleibt, um Abläufe immer wieder zu trainieren und erneute Ausfälle sowie Rückkehrer dabei zu berücksichtigen.

Ich frage mich vielmehr, ob es von Seiten der Aufstellung her Möglichkeiten gibt, um das Spiel zu stabilisieren und den Spielern Sicherheit zu geben. Aufgrund der Tore, die aus dem Spiel heraus entstanden sind, sehe ich Potential in der defensiven Mitte, wo Spieler oft zwischen den Innenverteidigern frei zum Abschluss bzw. Toren kamen. Da viele Mannschaften mit einem Stürmer auflaufen, denke ich, dass man durch eine Dreierkette und eine Fünferbesetzung im Mittelfeld, sowie zwei Stürmern darauf reagieren kann. Voraussetzung dafür ist natürlich das Spielermaterial, was in meinen Augen durch die Rückkehr von Hummels und Sokratis ausreichend vorhanden sein sollte.

Daher könnte ich mir folgende taktische Aufstellungen vorstellen, wohlwissend, dass der Trainer es eher nicht machen wird, weil er vermutlich hofft, dass die Spieler spätestens zum Rückrundenstart das gewohnte System verinnerlicht haben und erfolgreich aus der Abstiegszone kommen werden:
 
Weidenfeller
Subotic Hummels Sokratis
 Piszczek Bender Kagawa Gündogan Durm
Aubamejang Mkhitaryan
 
oder
 
Langerak
Ginter Hummels Sokratis
Kuba Kehl Mkhitaryan Sahin Schmelzer
Immobile Ramos
 
In meinen Augen bieten sich diverse weitere Spieler für dieses System an, erst Recht, wenn sie wieder fit sind!
 
Die Situation ist so schwierig, weil es so viele Baustellen gibt und die zunehmende Beunruhigung des Umfelds trägt nicht dazu bei, dass es einfacher wird, was allerdings psychologisch zu einem Zusammenrücken der Mannschaft führen wird. Das alleine wird aber nicht reichen, um vor Rückschlägen gewappnet zu sein, weil viele Spieler zu sensibel auf entsprechende Situationen reagieren.
 
Es bleibt spannend und wird einige Wochen dauern, bis man eine Verbesserung und Stabilisierung erkennen können wird und ich wünsche mir, dass es die bisherigen Verantwortlichen schaffen werden!

Freitag, 28. November 2014

Die Sehnsucht nach Chaos!

Jetzt hat es den BVB also auch in der Champions League erwischt und alle Welt fragt sich, ob die Niederlage gegen Arsenal nun die endgültige Bestätigung dafür ist, dass dieser Mannschaft völlig die Qualität abhanden gekommen ist.

Die Bildzeitung und selbst der eigene Medienpartner Ruhr Nachrichten melden aber auch Zweifel am korrekten Umgang mit der Mannschaft seitens der Fans an.

Auch in diversen Foren oder Facebook-Gruppen werden Stimmen laut, man müsse endlich einmal mit Pfiffen quittieren, was die Mannschaft abliefert. In meinen Augen ist das eine typische Panikreaktion, weil man sich nicht anders zu helfen weiß und gleichzeitig einfach Frust abbauen will.

Mir stellt sich aber die Frage, was negative Reaktionen gegenüber der Mannschaft bringen sollen bzw. wem sie tatsächlich nutzen würden. Die Mannschaft zeigt immer wieder, wenn auch leider nicht konstant, dass sie sowohl gegen Spitzenmannschaften und selbst gegen tief stehende Teams spielen kann. Wie zerbrechlich das Selbstvertrauen allerdings ist, zeigt sich in Situationen, wenn genau das passiert, was man absolut nicht brauchen kann. Das war gegen Hannover so, als eine gute Partie durch ein Freistoßtor von 96 plötzlich zu überhasteten Aktionen führte. Auch gegen Paderborn konnte man an der Körpersprache ablesen, dass sowohl das Ausscheiden von Reus als auch das zu Unrecht nicht gegebene Tor von Großkreutz Spuren hinterließ. Jetzt gegen Arsenal war es dann ausgerechnet ein frühes Tor aus einer tatsächlichen Abseitsposition, welches alle Vorsätze zunichte machte.

Diese Ereignisse prägen den psychischen Zustand der Mannschaft, die jetzt auch noch zeigen soll, dass sie es "alleine auf dem Platz" richten muss, wie Aki Watzke es formuliert hat.

Wir haben also eine nicht eingespielte Mannschaft, aus der immer wieder Weltklassespieler durch Verletzungen herausgerissen werden, die das Gefühl hat, weder Glück noch Schiedsrichterentscheidungen auf ihrer Seite zu haben, deren Ansprüche und Ziele aufgrund der letzten Jahre nicht erreichbar zu sein scheinen und eine Medienlandschaft, die es offensichtlich nicht gut haben kann, dass die Fans weiter der Mannschaft versuchen, den Rücken zu stärken.

So ist es nicht verwunderlich,  dass man seitens der Presse versucht, zumindest einen Teil der Fans gegen die Mannschaft aufzubringen. Denn nur dann hat man genug Rückenwind, um gegen die Verantwortlichen vorzugehen und die Stimmung für negative Schlagzeilen anzuheizen.

Diese Sehnsucht der Medien dürfen wir ihnen auf keinen Fall erfüllen!

Daher sollten wir Fans weiterhin zur Mannschaft stehen, vielleicht aber unsere Art der Unterstützung ändern, indem man mehr auf gewonnene Zweikämpfe, gelungene Aktionen oder herausgeholte Ecken mit positiven, lauten Anfeuerungen reagiert, als die inzwischen üblichen Texte über die eigene Treue ständig herunterzusingen.

Genauso sollten wir den Gegner und den Schiedsrichter durch Pfiffe mehr unter Druck setzen, so dass sich die gegnerischen Spieler nicht mehr freuen, im Tempel auflaufen zu dürfen, sondern zumindest beeindruckt zu sein.

Ich hoffe, dass man genug Geduld aufbringt, um spätestens in der Vorbereitung zur Rückrunde die Weichen für die positive Zukunft stellen zu können.

Alles andere möchte ich mir gar nicht vorstellen, denn es endet in meinen Augen nicht mit einem Abstieg, wohl aber mit einem Abschied von dem Mann, dem wir alles verdanken und dessen Nachfolger schon jetzt ein schweres Erbe zu prognostizieren ist.

Also: Jetzt erst recht ... Echte Liebe ... Wir halten fest und treu zusammen!

Montag, 3. November 2014

Lösungsansätze


----- Viele Baustellen -----

Jürgen Klopp sagte am Samstag nicht zum ersten Mal, dass man viele Baustellen habe und die Situation "beschissen" sei und angesichts von Tabellensituation und Punkteausbeute kann man das unterstreichen. Tatsächlich zeigt die Aussage wie unübersichtlich und weitgefächert die Probleme sind. Hervorheben muss ich aber den Standpunkt, dass man selbst für die Situation verantwortlich sei. Das zeigt, dass er darauf aus ist, Ergebnisse aufgrund von eigener Leistung erzielen zu wollen und nichts geschenkt haben möchte, auch weil er darauf nichts aufbauen kann.

Meine Hoffnung war und ist allerdings, dass alle Verantwortlichen den Überblick behalten haben. Und diese Hoffnung sehe ich darin bestätigt, dass man offensichtlich kontinuierlich versucht, die Stärken der Mannschaft wieder zu wecken.

----- Erwartungshaltung -----

Problematisch ist die Erwartungshaltung (auch die der Spieler) im Zusammenhang mit dem Wissen über der Qualität und Möglichkeiten, die die Mannschaft in der Vergangenheit, aber auch in der diesjährigen Champions League gezeigt haben. Was vermutlich zwangsläufig dazu führt, dass man Niederlagen bzw. Ergebnisse in den Vordergrund stellt und Sätze fallen, es sei zu wenig, was die Spieler zeigen bzw. dass Einstellung oder gar die Qualität fehle.

Mir ist das zu oberflächlich und, auch wenn ich später aufzeigen möchte, dass Vergangenes oder Erlebtes nur bedingt hilft, das Jetzt und Zukünftige zu verbessern, gibt es viele Situationen, in denen der BVB schon gezeigt hat, dass er Spieler entwickelt und Formtiefs durch gezielte, weniger kurzfristige Maßnahmen überwunden wurden.

----- Kein Kurswechsel -----

Nun gibt es viele unterschiedliche Ansätze, wie man die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann und in meinen Augen versucht man zu Recht, nicht den Kurs zu wechseln, sondern die Stärken der Gruppe und der einzelnen Spieler wieder hervorzuheben. Ein Kurswechsel, also eine Abkehr von der erfolgs- oder nach vorne orientierten Spielphilosophie hin zum defensiveren Spielstil von typischen Abstiegskandidaten verbietet sich allein schon aufgrund der Zusammenstellung des Kaders!

Was jeder verinnerlichen muss, ist, dass es immer wieder Rückschläge und Einflüsse (insbesondere Verletzungen / siehe Hummels) geben wird, die man nicht kontrollieren kann. Man muss vielmehr aus den Spielerköpfen herausbekommen, dass man dem ausgeliefert ist, denn schnell werden diese Erlebnisse zu unterschwelligen Traumata, die sich auch auf die mentale Kraft auswirken.

Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, nur Vergleiche mit der eigenen Vergangenheit oder ähnlichen Situationen heranzuziehen, denn das hilft genau nur so lange, bis man wieder einen Schuss vor den Bug bekommt. Was in meinen Augen auch für abergläubische Rituale, wie Trikotwechsel oder hervorgezauberte Statistiken (z.B. keine Niederlage unter Flutlicht) gilt. Diese Situation ist, wie jede andere auch, einzigartig und kann weder historisch noch statistisch mit anderen verglichen werden. Erfahrungen im Umgang mit Krisen helfen sicherlich, aber die Analyse der Situation sollte immer im Vordergrund stehen.

So ist es jetzt also die Aufgabe, auch gegen das Misstrauen vieler erfolgsverwöhnten Menschen aus dem Umfeld, "einfach" weiterzumachen. Die Spieler, die weder eine gemeinsame Vorbereitung, (wenn sie überhaupt eine) hatten, noch die Möglichkeit bekamen, sich während der Saison aufeinander abzustimmen, bekommen entsprechend die Zeit, sich auf dem Feld einzuspielen.

Das ist tatsächlich in den letzten Wochen immer mehr gegeben und wenn man sich die Entwicklung der Spiele von Köln bis Bayern anschaut, dann sieht man, dass es Spielern wie Reus, Mkhitaryan, Kagawa und Aubameyang immer besser gelingt, ein Spiel aufzuziehen, was zwangsläufig Chancen und bald auch wieder ausreichend Tore bringen wird.

----- Das Wissen (!) der eigenen Stärke -----

Bleibt das Thema "individuelle Fehler", die vermehrt zu Gegentoren geführt haben und Niederlagen besiegelt haben. Hier muss man Fehler akzeptieren bzw. erkennen, dass nach entsprechenden Gegentoren nicht alles zusammenbrechen muss. Gegentore passieren hauptsächlich aufgrund von Fehlern, aber auch durch Glücksschüsse, seien sie abgefälscht oder einfach außergewöhnlich gut getroffen.

Der Glaube an die eigene Stärke muss wieder kommen und da helfen Erfolgserlebnisse, die nicht nur in Toren oder Siegen zu sehen sein dürfen, sondern in gewonnenen Zweikämpfen und gelungenen Ballstafetten. Und da muss man hinkommen, es darf auch eigentlich nicht "Glauben" heißen, sondern muss vielmehr das Wissen um die eigene Stärke sein!

----- Die nächsten Schritte und Rückkehrer -----

In der kommenden Woche hat man zusätzlich auch einmal ein wenig Zeit, sich auf ein Spiel gemeinsam (!) vorzubereiten, da man schon am Dienstag in der Champions League spielt und erst am Sonntag gegen den starken VfL aus Mönchengladbach. Abläufe, aber auch Standards sollten hier im Vordergrund stehen und die Mannschaft wieder ein paar weitere Schritte nach vorne bringen. Aber auch da gilt, dass das Spielergebnis nur kurzfristig wichtig ist, sondern viel mehr der Weg, wie man das Ergebnis selbst beeinflusst, dass man es sich nämlich verdient. Ein Glückssieg, der entsteht, ohne tatsächlich zu wissen, was man anders oder besser gemacht hat, kann schon beim nächsten Rückschlag mehr Zweifel erzeugen!

Spieler, wie Kirch, Kuba oder Sahin kommen zusätzlich hinzu, die sowohl Stabilität und Spielverständnis mitbringen, aber auch hier gilt, dass man Zeit benötigt, um die Qualität voll ausschöpfen zu können.

Es ist schade oder ärgerlich, dass man in eine solche (Tabellen-) Situation gekommen ist, aber der eingeschlagene Weg aus dieser Situation bietet die Chance, etwas aufzubauen, was langfristig stabil ist und nicht, wie bei anderen Vereinen, immer wieder neu zusammenbricht!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

"Spitzenspiel"

Am Samstagabend steigt es also: das Spiel der beiden Teams, die in den letzten Jahren den deutschen Fußball nach außen so großartig vertreten haben. Und schon werden wieder Vergleiche gezogen und Gründe für die unterschiedliche Entwicklung nach dem Double des BVB 2012 herangezogen.

Sicherlich gibt es diverse Gründe, warum der BVB aktuell in der Bundesliga hinterherhinkt, aber war es nicht schon im Herbst letzten Jahres klar, dass der BVB nicht nur personell, sondern auch an seiner Philosophie etwas ändern muss, wenn man in der ausgeglichsten Liga der Welt permanent oben stehen möchte?

Die Chance dazu ist nach dem Weggang von Lewandowski gekommen, nur die Umsetzung ist aufgrund diverser Einflüsse schwierig. Die Voraussetzungen bzw. Spielertypen sind vorhanden und mit den Neuzugängen hat der BVB Platz für Variationen. Einzig die Zeit, um sich mit Systemen und Abläufen zu beschäftigen fehlt und zurück zum Lewandowski-System kann man nur bedingt, weil erstens kein Spieler (auf dieser Welt) seine Qualität auf den Platz bringt und zweitens das System zwar nicht entschlüsselt, wie so oft geschrieben, wurde, sondern, weil es zu wenig Konstanten im Spiel gibt. So reicht es für die Gegner keine Fehler zu machen und zu hoffen, dass das Glück auf ihrer Seite ist.

Allein wenn man sieht, wie sich der BVB die Tore gegen St. Pauli erarbeiten muss und gleichzeitig die Bayern durch krasse Abwehrfehler oder abgefälschte Schüsse zu Toren kommen, zeigt wie einfach Fußball sein kann. Leider haben die Gegner des BVB zurzeit die Einstellung, dass man mit großem Einsatz etwas erreichen kann und schmeißen sich in jeden Ball, was die Teams bei Spielen gegen Bayern vermissen lassen. Das Spiel und die Tore von Bremen in München zeigen das eindeutig.

Jetzt kommt also das Spiel,  was in meinen Augen nur aus Gründen der Fußball-Romantik gegen Bayern laufen kann, aber das steht uns ja auch manchmal ganz gut.

Unabhängig vom Ausgang muss man in dieser Phase an seinem Weg festhalten und hoffen, dass die Spieler,  die so langsam wieder in Form kommen, nicht durch Verletzungen oder mediale Spielchen (Reus/Bayern, Hummels/Weidenfeller) während des so wichtigen Umschwungs aus dem Tritt gebracht werden.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Krise

Jetzt kann man in meinen Augen tatsächlich das Wort Krise bezüglich der aktuellen Situation des BVB nutzen!

Wenn man allerdings die Analysen betrachtet, fällt auf, dass sich die Medien, vielleicht auch die Verantwortlichen, sehr an den individuellen Fehlern oder Gründen für die jeweiligen Leistungsschwankungen einzelner Spieler aufhalten und wenig hinterfragt wird, warum z.B. welcher Spieler wann in die (Start-) Elf rotiert und warum manche Spieler eben nicht auflaufen.

Mich wunderte, als ich die Aufstellung sah, dass gerade die defensiv ausgerichteten Spieler (Bender und Subotic), die mit Gündogan, Reus und Mkhitaryan in der Länderspielpause trainieren konnten, nicht starten durften. Vielleicht bin ich da zu unerfahren oder optimistisch, aber mit den Verbliebenen hätte man in der Zeit, doch die Abläufe und Laufwege trainieren können, die auch gestern wieder nicht zu erkennen waren.

Dass man Bender zugunsten Gündogan auf der Bank ließ, zeigt, dass man einerseits keine weiteren Systemexperimente in der aktuellen Phase starten wollte bzw. eine Raute mit Bender, Kehl und Gündogan wohl nicht für sinnvoll hält. Und ich glaube, man wollte zudem ein kleines Signal des Neuanfangs nach aussen setzen, indem man eben "klingende Namen" bringt. Leider taten sich die vielen "gelernten" Zehner (Gündogan, Reus, Mkhitaryan, Kagawa) auf dem Platz nicht wirklich leicht und hatten teilweise kontraproduktiv wirkende Ansätze in den Offensivaktionen.

Mats Hummels, soll zudem wohl als neuem Kapitän die Stammplatzgarantie bzw. Einsatzzeit Sicherheit bringen und die beiden eher weniger erfolgreichen Nationalmannschatsauftritte, scheinen da unserem Trainerteam nicht ausgereicht zu haben.

Wenn man das erste Tor sieht und viele weitere Szenen in der Mitte betrachtet, fällt aber auf, dass gerade dort im Kopfballspiel viele Zweikämpfe verloren wurden. Es ist sicherlich Spekulation, ob Bender, der allerdings auch nicht in bester bzw. stabiler Form zu sein scheint, mit Kehl da mehr hätte verhindern können, aber er hätte vielleicht wie Hummels auch ein wenig mehr Einsatzzeit verdient, um in Form zu kommen. Gegen Arsenal jedenfalls hat das Sechserpärchen mit den dahinter spielenden Sokratis und Subotic gut funktioniert,  wobei die Ausrichtung des Gegners auch eine andere war.

Es scheint also so, als ob nicht nur die Spieler bei mehreren Lösungsansätzen, oft eine falsche Entscheidung treffen, sondern auch unser Trainerteam. Und da liegt auch ein wenig der Grund, dass alle sich bei der Bewertung so schwer tun oder hilflos wirken: man hatte nachvollziehbare Gründe, aber eben wenig Glück mit den Entscheidungen in letzter Zeit.

Jetzt muss man allerdings langfristige Planungen bzgl. des Aufbaus von Rückkehrern und der Integration von Neulingen über Bord werfen und nur noch kurzfristig bzw. pro Spiel entscheiden und ggf. auch die Spielweise und sogar das System ändern, um den jeweils nächsten Gegner zu schlagen und so Ergebnisse zu erzielen. Das gilt vor allem für die Bundesliga, denn da ist das Ziel, der direkten Champions League Qualifikation in Gefahr, während das zweite Ziel, einen Titel zu gewinnen,  immer noch in Sicht ist.

Ich bin davon überzeugt, dass beide Ziele weiter realisierbar sind und man sich als Einheit aus dieser Situation befreien und eine Menge lernen kann. Aber dazu sollten in dieser Woche nicht wieder neue Drucksituationen (Niederlagen) durch falsche Entscheidungen entstehen.

Wir als Fans können durch positive Signale in Form von lautstarker Unterstützung dazu beitragen und sollten denen, die auf und neben dem Platz die Verantwortung tragen, zugute halten, dass keiner von ihnen solch eine Situation kennen kann und entsprechend auch Fehler gemacht werden.

Samstag, 27. September 2014

Die Saison ist noch jung ...

Ich denke, dass Zeitung lesen kann oder sollte man sich als BVB Fan nach dieser erfolglosen Woche besser sparen! Denn wie in meinem Freundeskreis wird die Enttäuschung, schon wieder weit hinter den Bayern herzuhinken, Anlass geben an Aufstellungen und Einstellungen herum zu kritisieren.
Fakten oder Realitäten werden total ignoriert, verfügt man schließlich über den besten Kader aller Zeiten. Tatsächlich verfügt man eben über diesen Kader noch nicht, denn er setzt sich aus Spielern zusammen, die entweder noch verletzt sind, lange verletzt waren oder erst seit ein paar Wochen zum Kader gehören. Das Mannschaftsteile zusammenspielen, selten aber in dieser Zusammenstellung trainieren, führt dazu, dass man durch solche Spiele wie gegen Mainz, Stuttgart und Gelsenkirchen einfach durch muss. Dass leider der Gegner jeden Fehler, der gemacht wird, bestraft, gehört leider, zumindest gefühlt, zum BVB dazu, wie das fehlende selbst belohnen, z.B. für die Schlussphase gegen Stuttgart oder die zweite Halbzeit gegen die Blauen. Klopp hat trotzdem hoffentlich noch Lust genau an diesen Punkten zu arbeiten, denn Fehler wie in den letzten Spielen lassen sich aufarbeiten und haben unser Team schon immer motiviert. Ein wenig Glück oder auch mal mehr Pech beim Gegner würde das zwar beschleunigen, aber so bleibt die Spannung bei uns wenigstens da und man wird sich über verdiente, aber auch mal glückliche Siege freuen dürfen. Also bleibt schön realistisch und freut Euch drauf!