Samstag, 29. Oktober 2016

Was passiert hier?

Das gestrige Derby hat mir einmal mehr gezeigt, dass ich mich immer weniger mit dem identifizieren kann, was um die 90 Minuten herum bzw. außerhalb des Spielfelds passiert.

Auch ich fand die erste Halbzeit von unserer Starfelf passend zur Jahreszeit und  Diskussionen um Horroclowns gruselig. Das war viel zu statisch und, was die offen gelassene Mitte anging, sportlich gesehen fast schon tödlich. Nur aufgrund der sehr defensiven Denkweise des Gegners durften wir ein 0-0 mit in die Halbzeit nehmen.

In der zweiten Halbzeit hat man aber gesehen, dass uns bzw. der Mannschaft noch viele Dinge fehlen, vor allem aber Überzeugung, die mit jeder Minute und gelungener Aktion zurück zu kommen schien.

Am Ende hätte man den Sieg sogar verdient gehabt, was man auch an der Feierstimmung im blauen Block ablesen kann, wobei sie nach dem Fehlstart auch von ganz unten kommen und sich da ein Unentschieden beim gehassten Nachbarn nicht so schlecht anfühlt.

Von Feierstimmung sind wir allerdings meilenweit entfernt und das hat unterschiedliche Gründe:

Anspruchsdenken:

Die Mannschaft hat Talent, ist so teuer wie nie, verfügt über großartige  Rahmenbedingungen (inklusive ständiger Abschottung beim Training), war mit 78 Punkten im letzten Jahr der beste Zweite aller Zeiten und hat jetzt schon wieder einen großen Rückstand auf die Bayern. Dazu kommen ein glückliches Weiterkommen gegen einen Zweitligisten und ein Trainer mit dem man nicht warm wird. Das sind offensichtlich keine guten Voraussetzungen für eine Stimmung, die ein Derby vielleicht auch mal entscheiden kann!

Vergessen wird aber auch, dass das Team sehr jung und unerfahren ist, viele Spieler weder die Liga kennen noch eine Sprache sprechen, Verletzungen und Nationalteameinsätze kaum ein gemeinsames Training zumindest über einen längeren Zeitraum zulassen und die Gegner hauptsächlich auf des Zerstören unseres Offensivspiels aus sind und anschließend sich für Unentschieden feiern lassen.

Warum schaut man trotzdem immer (noch) nach ganz oben? Was ist schlimm daran, dass man eben nicht jedes Spiel (mit 6 Toren) gewinnt und man die Bayern endlich mal wieder überflügelt?

Das bringt mich zum zweiten Punkt:

Die Stimmung im Stadion:

Es gibt, wie immer, nicht nur einen Grund, dass etwas nicht so läuft wie es laufen könnte und sicher gehört der erste Punkt dazu, dass man schnell im Spiel die Lust verliert, das Team lautstark anzutreiben, aber ich habe das Gefühl, dass wir das gar nicht mehr können oder wollen.

Da ist "die Süd": optisch übermächtig, überall als legendär hervorgehoben und doch so uneins. Sicherlich war es früher einfacher, weil die Tribüne kleiner war, aber die Zeiten, dass 90 Minuten die verschiedensten Menschen sich nur auf eins konzentrierten, nämlich die Jungs in unseren Farben nach vorne zu schreien, sind vorbei.

Gerade den Leuten im Herzen der Tribüne (Block 13) sind andere Dinge einfach wichtiger als das, was auf dem Spielfeld passiert. Da gilt es sich zu feiern, den gegnerischen Ultras zu zeigen, was man unter der Woche alles so geleistet hat, wie (tatsächlich tolle) Choreos, aber eben auch gestohlene Fanutensilien des jeweiligen Gegners zu zeigen und ganz tolle (diesmal ironisch gemeint!) Lieder über Treue und Stolz bis in den Tod usw. ...blahblah und singsang... zu singen.

Gleichzeitig bekommen diese Fans allerdings auch immer wieder die Möglichkeit, sich zu produzieren und das wiederum ist für andere Fans nicht wirklich motivierend. Da fällt es mir zumindest schon schwer, den Vorsängern zu folgen, weil man weiß, wie die Ultras gerade auswärts den Ruf von Fußballfans und insbesondere vom BVB ruinieren. Trotzdem dürfen sie weiter bei Auswärtsspielen und großen Finalspielen Pyrotechnik  zünden, Züge und Bahnhöfe demoliert zurücklassen und sich in der großen Masse der BVB-Fans verstecken, bevor die Polizei sie zur Verantwortung ziehen kann.

Und wenn man dann noch sieht, dass Gewalt und Drohungen auch gegen die eigenen Reihen langsam zur Normalität werden, ist der Spaß am schönsten Sport der Welt komplett weg.

Was man auch nicht vergessen darf, ist die Stimmung, die man unter der Woche aus den diversen Medien mitnimmt. Da geht es um die Entfernung der Spieler von den Fans, zweifelhafte Auftritte in sozialen Netzwerken, aber eben auch um Entscheidungen der Geschäftsführung zur Marke BVB, der Internationalisierung und dem Umgang mit verdienten Spielern. Auch dieses Päckchen schleppen viele Fans mit ins Stadion und kriegen beim nächsten Aufruf von Dr. Pieper (nicht mehr zum Infostand) die Krise.

Alles in allem sind das Punkte, die an meiner Leidenschaft für den BVB (im Ganzen) kratzen und ich möchte doch nur ins Stadion gehen, meine Mannschaft anfeuern, mich über Gegner und Schiedsrichter aufregen und an spannenden Spielen verzweifeln und sie dann doch gemeinsam mit der Mannschaft und 80000 anderen Fans gewinnen...

Donnerstag, 28. April 2016

Hier geht nicht nur Mats, ...

Aus sportlicher Sicht ist der Verlust des Führungsspielers, Kapitäns und Aushängeschilds sicherlich irgendwie auszugleichen, gerade wenn man sieht, wie es Watzke und Co. geschafft haben, mit ähnlichen Personalsituationen umzugehen.

Ebenso sind die persönlichen Gründe Hummels, die genannt werden, nachvollziehbar, aber letztendlich beweist diese Flucht nach Hause ja nur, dass es in Deutschland bzw. der Bundesliga keinen Wettbewerb mehr gibt.

Die sportliche Attraktivität und Möglichkeit, Titel zu holen, konzentriert sich auf München, auf den FC Bayern, der seit Jahren Vereine schwächt, die sich ihm sportlich annäherten.

Der BVB ist nicht das erste Opfer und ich denke die roten Bullen aus Leipzig werden das nächste "Projekt" von Rummenigge und Co, wenn in 2-3 Jahren Tuchel in der Allianzarena auf der Bank sitzt und RB mit den Brausemillionen an die Münchner heranrückt.

Aber was passiert nun bei uns? Aktuell sind wir der "beste Zweite aller Zeiten", stehen im vierten Finale hintereinander und haben das stimmungsvollste Stadion der Welt. Bei uns wird echte Liebe auf den Rängen gelebt und für viele in der Region ist der BVB eine Konstante, eine Gemeinsamkeit, die zusammenschweißt und ein Beispiel, dass man aus den schwierigsten Situationen trotzdem höchste Ziele erreichen kann.

Mats Hummels nimmt einem dieses Gefühl!

Vielmehr sollen die Fans jetzt Ruhe bewahren, auch weil man ja noch einen Titel gewinnen will/kann und Mats ja alles gegeben hat und auch noch wird. Das mit Pfiffen gegen ihn zu gefährden, wäre ja schlimm..Zudem hat sich der FCB absolut korrekt verhalten und Mats auch. Am Ende des Tages können wir Fans allerdings nur verlieren. Die Bayern werden, selbst wenn der BVB es in Berlin schaffen sollte, mit der Gewissheit den Finalort verlassen, einen weiteren Dolch ins Herz der großen Gemeinschaft um den BVB gestoßen zu haben. Und wenn die Fans nicht mal so reagieren, wie es z.B. die Gladbacher bei Matthäus gemacht haben, wo selbst wir Dortmunder den Abtrünnigen mit Judas-Rufen bedacht haben, dann geht eben auch diese Emotionalität verloren.

Was wird weiter passieren?

Wir werden eine schlagkräftige Truppe in die nächste Saison schicken und ich bin überzeugt, punktemäßig noch näher an den FCB heranrücken, aber wir werden erleben, dass die anderen Mannschaften noch weniger für die Wettbewerbsfähigkeit tun werden. Die Spiele werden zäher, unattraktiver und weniger stimmungsvoll, so wie wir es ja schon in den letzten Spielen dieser Saison erleben. Man wird versuchen, künstlich Atmosphäre zu schaffen, um den Mythos Westfalenstadion aufrecht zu erhalten, das aber nur in der Champions League  wirklich schaffen oder eben in Spielen gegen den Abomeister aus dem Süden.

Solange man dann noch gegen ihn spielt, denn ob der BVB für die Superleague akzeptiert wird, kann man jetzt noch nicht sagen.

Samstag, 16. April 2016

Ein Abend in Liverpool

Das tat weh! Lange ist es her, dass eine Niederlage mich so heruntergezogen hat. Ich denke, dass es Wembley war, wo ich ähnlich niedergeschlagen war, zusätzlich wissend, dass einer unserer Jungstars zum ungeliebten Abomeister wechseln sollte.

Tatsächlich ging ab diesem Londoner Abend eine Achterbahnfahrt los. Man schaffte es anschließend tatsächlich jährlich ins DFB-Pokalfinale und verlor alle. Mehr oder weniger unglücklich, aber eben regelmäßig. Inzwischen fürchten viele, dass man ein weiteres Vizekusen werden könnte.

Das sehe ich nicht so, weil wir eine komplett neue Phase gestartet haben, die von Thomas Tuchel geprägt wird. Gerade im Spiel gegen Liverpool zeigte sich, dass wir uns noch am Anfang dieser neuen Ära befinden, mit einem Trainer, der auf diesem Level noch gar keine Erfahrungen hat(te) und der solche Niederlagen braucht, um daraus zu lernen. Auch seine Spieler kennenzulernen, in Situationen, die sich wie der letzte Tag auf Erden anfühlen, aber erklärbar sind, wenn man es schafft, zur Sachlichkeit zurückzukehren.

Auch Thomas Tuchel hat entscheidend zum Ausscheiden beigetragen. Nicht mit der Rotation im Derby,  die absolut korrekt war, sondern mit dem Wechsel von Kagawa auf Ginter und vor allem mit dem Zeitpunkt.

Liverpool hatte eine Verletzungspause und es stand eine Ecke an. Unsere Mannschaft war vorbereitet auf die Ecke, die Positionen waren besetzt und Mkhitaryan besetzte die Stelle, an der der Ball schon so oft in diesem Spiel landete, weil Milner es schon fast verweigerte, die Bälle hoch in den Sechzehner zu schlagen. Nun kam Ginter und besetzte zusätzlich den vorderen Bereich des Fünfers. Gerade angekommen, kam der Ball genau in diesen Bereich und Ginter "öffnete die Tür" und ließ den Ball passieren. Er sprang zur Seite, vermutlich damit Micky hätte klären können, der aber völlig überrascht war und eben nicht eingriff. Ich bin überzeugt, Mkhitaryan hätte den Ball geklärt, wäre er nicht in der Situation "Nimm Du ihn, ich hab in sicher" gewesen, die jeder Fußballer kennt.

Gleichzeitig war das Signal, welches Tuchel aussendete und mehr defensive Stabilität bringen sollte, das Signal des Rückzugs, vielleicht sogar der Angst. Ganz Liverpool roch das, wie ein Rudel Wölfe, und legte noch einmal an Selbstbewusstsein zu. Gündogan für Kagawa hätte in meinen Augen mehr Sinn gemacht, allerdings NACH der Ecke. Er kann den Ball im Mittelfeld halten und offensive Akzente setzen. Die Korrektur kam später, leider zu spät.

So viel zum Spiel und der Niederlage, die lehrreich sein muss. Spieler, deren Reaktion jetzt aber ein Wechsel zu einem anderen Club sein sollte, dürften tatsächlich die falschen Spieler für Tuchel sein, denn sie unterschätzen ihren Anteil an den ganzen Finalniederlagen und die Möglichkeit unter dem neuen Trainer eine Menge besser bzw. gut machen zu können.

Wenn sie das aber nicht erkennen, haben sie beim BVB der Zukunft nichts verloren und ich hoffe, sie treffen mit ihren neuen Vereinen auf den BVB, der sie dann so richtig ärgern kann.

Vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Chance, dem kleinen Titelfluch einen Riegel vorzuschieben, aber es ist kein Beinbruch, im ersten Jahr unter einem tollen Trainer und Sportsmann "nur" in die Champions League einzuziehen, denn das war eine grandiose Leistung aller - inklusive der Spieler, die sich nicht sicher sind, ob sie neue Herausforderungen brauchen, Titelgarantien oder noch mehr Geld.

Montag, 5. Oktober 2015

Überreaktionen...

Es ist noch keine 14 Tage her, da sprach alle (Medien-) Welt bereits vom neuen BVB, der noch stärker sei, als zu Klopps besten Zeiten, weil das Team praktisch das Beste von beiden Trainern vereinte und selbst Rückstände und tiefstehende Gegner kein Problem darstellten.

Wie belastbar solche Einschätzungen und Aussagen der jubelnden Fachleute tatsächlich sind, sieht man seit gut einer Woche, in der man sich gegen Darmstadt "blamierte", gegen PAOK Saloniki "einen Punkt erduselte" und nun gegen Bayern aufgrund von "hausgemachter Probleme" verlor. Die Krise ist da! Is' klar!!

Es war eine herbe (erste!) Niederlage und es ist leicht, herauszustellen, wo die Fehler lagen und noch einfacher zu kritisieren, dass es an einer Fehleinschätzung des Trainers liegen muss, wohl wissentlich, dass man das Gegenteil nicht beweisen kann.

Auch ich habe mich geärgert, besonders über das 3-1, weil es ob der anwesenden Verteidiger (allesamt Nationalspieler) zu leicht ging. Aber man konnte auch sehen, dass es weder Automatismen, noch eindeutige Reaktionen oder Zeichen unter den Protagonisten gab, so dass Robert Lewandowski der Nutznießer dieser Szene war! Diese Automatismen und Erfahrungen müssen sich aber selbst gestandene, hochbezahlte Profis holen und auf dem Niveau, mit der Präzision und Geschwindigkeit, muss man eben auch einmal Lehrgeld zahlen.

Trotzdem habe ich nicht nur negative Eindrücke aus dem Spiel mitgenommen, was vielleicht damit zusammenhängt, dass für mich Niederlagen gegen Bayern nicht ganz so unrealistisch sind und ein Duell auf Augenhöhe frühestens in 1-2 Jahren möglich sein kann, wenn der BVB Mannschaft und Trainer zusammenhält. Alles, was sonst an Hoffnung in die Partie und in den BVB gelegt wurden, entpuppt sich jetzt als Brandbeschleuniger der totalen Enttäuschung und Kritik.

Aber nun zu meinem Hauptargument, dass Rotation sein MUSS:

Thomas Tuchel zieht seinen "Stiefel" durch und rotiert, was das Personal hergibt. Und womit? Mit Recht! Es ist gerade einmal ein Jahr her, da begann der Herbst des Grauens für den BVB, begründet in der fehlenden Variabilität der einzelnen Spieler, so dass Jürgen Klopp in keinen Mannschaftsteil Stabilität bekam und immer wieder auf die gleichen Spieler setzte, die entweder aus langwierigen Verletzungen kamen, Formtiefs durchlebten und/oder Weltmeister-Titel nicht richtig verarbeitet hatten. Das führte zur nie für möglich gehaltenen Absturzgeschichte eines Vizemeisters bis auf Platz 18.

Thomas Tuchel und sein Team haben es hingegen bisher verstanden, Rotation und neue Positionen für Spieler so zu vereinen, dass man sogar in Matze Ginter den neuen Stern am Himmel der rechten Verteidiger erkannte. Man sprach von den "Neuzugängen" Mkhitaryan, Gündogan und Kagawa, weil Thomas Tuchel ihnen offensichtlich wieder (neues Selbst-) Vertrauen schenkte und, wer sich die Spiele gegen Darmstadt und Saloniki genauer anschaute, sah selbst im echten Neuzugang Gonzalo Castro, dass sich Vertrauen eines Coaches doch auszahlen kann. Daher kann ich nur empfehlen, auch das Vertrauen in "Manni" Bender als Innenverteidiger und Lukasz Piszczek als Linksverteidiger zu würdigen, denn auch wenn sie es noch nie vorher gespielt haben, so war ihre Leistung nicht so schlecht, es ging nur leider gegen den vor übermässigem Selbstbewusstsein vermutlich sogar übers Wasser laufen könnenden FCB.

Es wurden Fehler gemacht, eklatante Fehler und man ist zurückgefallen, aber nicht in "alte Zeiten", sondern von Platz 2 auf Platz 1b der "neuen Bundesliga", deren Vereine scheinbar jetzt schon dem Münchener FCB auf Platz 1a zum Titel gratulieren möchte... für die nächsten Jahre gleich mit!

Der BVB hat schon mehr (Punkte, aber neue Qualitäten) erreicht, als Viele, Tuchel vermutlich eingschlossen, gehofft hatten, auch weil viele Situationen geholfen haben, die nicht nur glücklich waren. Im Gegenteil: gerade Spiele, in denen man unglückliche Rückstände aufholte, zeigten (nicht zuletzt der Mannschaft selbst), was in dem Team alles steckt.

Mit Weigl hat man einen Rohdiamant aus dem Nichts geholt und die Mannschaft strahlt eine gewisse Ruhe aus, durchaus mit erheblichen Potential nach oben, denn es gibt einige Spieler, die noch nicht das gezeigt haben, was man von ihnen erwarten kann. Dazu gehören neben Neven Subotic, Adrian Ramos, auch Marco Reus und Mats Hummels, der sich erst noch als guter Kapitän beweisen muss, nachdem ihm Sebastian Kehl diese Rolle in der letzten Saison noch vorgelebt hat!

Mir ist also nicht Bange, aber das Krisengerede nervt und gerade von einigen Fachjournalisten hätte ich mehr Realitätssinn erwartet und weniger Schlagzeilen-Bashing!


Mittwoch, 2. September 2015

Und bald im BVB-Fanshop...

... für die Kleinen, denen Papa ein Stadionerlebnis aufgrund der gestiegenen Kartenpreise nicht mehr gönnen konnte!

Donnerstag, 7. Mai 2015

Die beste Liga der Welt...

Und wieder neigt sich eine Saison dem Ende und ich stelle mir die Frage, was bleibt von dieser Spielzeit hängen?

Bezogen auf den BVB muss ich sagen, dass die Saison versöhnlich endet und mit einem Pokalsieg, der schwer genug zu realisieren sein wird, tatsächlich noch eine Krönung der Amtszeit von Jürgen Klopp anstehen könnte. Die emotionalen Ausbrüche während einer erträumten Triumphfahrt durch die Dortmunder Innenstadt kann man nur erahnen, denn allein die Art und Weise, wie Jürgen Klopp seinen Abschied abgewickelt hat, zeigt, wie großartig er als hauptverantwortlicher Trainer seinen Job versteht! Ich werde ihn entsprechend vermissen...

Hundertprozentig einverstanden bin ich trotzdem nicht, weil ich der Meinung bin, dass die Rückrunde zeigt, dass mit der Mannschaft zumindest in der Liga viel mehr drin ist, als die Qualifikation zur Europa League, die man Stand jetzt tatsächlich noch erreichen kann, obwohl man im Winter noch Tabellenletzter war!

Und da stellt sich mir die Frage nach dem tatsächlichen Warum?!

In meinen Augen ist die Liga insgesamt einfach nicht nur langweilig, was die Meisterschaft angeht, sondern qualitativ, insbesondere im taktischen Bereich, nicht das, was man von der Liga eines Weltmeisters erwarten darf.

Als Fan des BVB muss man anerkennen, dass es vielen Mannschaften gelungen ist, das Pressingspektakel von Klopp durch engmaschige Abwehrreihen eingeschränkt zu haben. Ich bin der Überzeugung, dass Jürgen Klopp die Spielart auch ändern wollte, um seinerseits eine Antwort auf diese destruktive Art des Fußballs geben zu können. Vieles sprach dann aber in der Hinrunde dagegen, so dass man weder taktisch noch mit neuen Spielern seine Ideen umsetzen konnte und aufgrund der prekären Situation sogar Rückschritte machen musste oder auf das Aufblitzen der Klasse von Auba, Reus und Co. angewiesen war, um dem Abstiegskampf zu entkommen! Aber es reichte, weil viele Mannschaften inzwischen zwar gut verteidigen, aber selten Spiele auch so angehen, als wenn sie sie gewinnen wollten. Zu oft sieht man inzwischen Mannschaften mit zwei Viererketten, die das Spiel einfach nur zerstören wollen und eventuell hinterher den Lucky Punch setzen wollen. Spannend für die, die auf Sky die letzten Minuten der Konferenz schauen, aber nicht wirklich ein Verkaufsargument für die Liga!

Wenn man dann sieht, wie die deutschen Vertreter in den europäischen Wettbewerben abgeschnitten haben, so muss ich feststellen, dass auch hier das weltmeisterliche fehlt!

Weder Spieler, wie Hummels, Götze oder Schweinsteiger konnten Akzente setzen, geschweige denn Titelambitionen bestätigen. Auch Clubs aus der zweiten Reihe, wie Wolfsburg, Gladbach oder Schalke haben keine Bäume ausgerissen. Der große Dominator aus dem Süden zeigt, dass er ohne seine ausländischen Stars wie Robben, Ribery oder Lewandowski international den großen Ansprüchen hinterherhinkt, die Liga aber im Schlaf bzw. auf der Couch gewinnt!

Auch die Nationalmannschaft tut sich schwer gegen Mannschaften wie Polen, Schottland oder Irland, wobei der Umbruch von Löw zumindest angedeutet wird, aber wenig neue Spieler zeigen, dass sie den gestandenen Weltmeistern wirklich eine Konkurrenz sind.

All das sind für mich auch die Gründe, warum die Liga einerseits nicht so gut vermarktet werden kann, wie die englische Premier League und warum Jürgen Klopp eine neue Herausforderung sucht. Ich denke, er wird seine Vorstellungen haben, die aktuell nicht in der Liga der Langeweile umzusetzen sind und daher sein Glück im Ausland suchen und finden!

Wir, die natürlich weiter zum BVB rennen,hoffen, dass Thomas Tuchel einen Ansatz findet, die Mannschaft weiterzuentwickeln, damit sie sowohl in der Liga als auch im europäischen Vergleich konkurrenzfähig ist. Sollte er es schaffen, ist er allerdings in meinen Augen der erste Anwärter auf die Nachfolge auf den rotweißen Thron von Pep und wahrscheinlich nicht zu halten!

Jetzt kommen also noch 3 Liga- und ein Finalspiel, mit der Möglichkeit auf ein richtig tolles Ende der Saison, die so viele Fragen offen lässt!






















Montag, 27. April 2015

Halbfinale, Hoffnung, Zweckpessimismus,...

Ich bin hin- und hergerissen, zwischen "Jetzt sind wir aber mal dran..." und "Wir haben eh keine Chance", wenn ich an das Spiel am kommenden Dienstag im Münchener Furzkissen denke.

Zur sportlichen Chance bzw. der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Mannschaften fehlen mir einfach die Eindrücke der Bayern, denn ich habe weder die Niederlage in Porto noch die Galavorstellung im Heimspiel verfolgt und denke, dass die Leistung gegen Hertha nicht aussagekräftig sein dürfte, nachdem ich im Radio hörte, dass alle Spanier geschont wurden.

Selbst unser Heimspiel gegen die Roten dürfte keine Aufschlüsse bieten, denn sowohl unsere Mannschaft als auch die des neuen deutschen Meisters wird personell anders aussehen.

Die Viererkette mit Durm, Hummels, Papa und Schmelle finde ich stabil, im defensiven Mittelfeld fehlen mir konstante Leistungen und bei den Gegenübern (insbesondere Thiago) wird mir schon schwindelig. Ich würde aber trotzdem Ginter und Bender bringen.

Nach vorne sehe ich da schon mehr Möglichkeiten, wobe ich gespannt bin, wer für Reus weichen wird:

Miki find ich aktuell richtig stark und gerade in München könnte er gerne mal wieder so ein Tor hinlegen, wie in der Vorsaison beim 3-0 (Träum!).

Bitte nicht schon wieder...
Shinji hat auch wieder in die Spur gefunden und mit zwei Toren in den letzten beiden (Heim-) Spielen zumindest sein Näschen für den freien Raum vor dem Tor entdeckt.

Kuba ist ein Arbeitstier, wobei er am Samstag einige Fehlpässe produzierte. Daher tippe ich mal auf ihn, auch weil Shinji im Spiel der Vorrunde stark gegen Alonso presste.

Auba sollte gesetzt sein und wenn er Platz bekommt, wie beim Sahnekonter gegen die Eintracht am Samstag, ist er ne Waffe!

Was spricht also für uns? Leider trotzdem NICHTS... vielleicht noch der Fußball-Gott, der Kloppo einen würdigen Abschied gönnt, aber gibt es überhaupt einen Fußball-Gott, erst recht wenn Bayern der Gegner ist?

Mit dem Erreichen der Meisterschaft (auf der Couch) können die Bayern umgehen. Sie werden uns auch nicht unterschätzen, aber ein paar Glückwünsche oder Blumen (;-)) vor dem Anpfiff könnten ja zumindest für ein paar Gedanken der Ablenkungen sorgen.

Ich glaube trotzdem, dass es den Bayern wichtig ist, gerade UNS den Titel zu vermiesen, wobei sie dann ja auch auf das fast schon traditionelle Supercup-Spiel mit uns verzichten müssten.

Egal... wir sind dran: Berlin, Berlin - wir fahren nach ... oder doch nicht???!!!