Montag, 3. November 2014
Lösungsansätze
----- Viele Baustellen -----
Jürgen Klopp sagte am Samstag nicht zum ersten Mal, dass man viele Baustellen habe und die Situation "beschissen" sei und angesichts von Tabellensituation und Punkteausbeute kann man das unterstreichen. Tatsächlich zeigt die Aussage wie unübersichtlich und weitgefächert die Probleme sind. Hervorheben muss ich aber den Standpunkt, dass man selbst für die Situation verantwortlich sei. Das zeigt, dass er darauf aus ist, Ergebnisse aufgrund von eigener Leistung erzielen zu wollen und nichts geschenkt haben möchte, auch weil er darauf nichts aufbauen kann.
Meine Hoffnung war und ist allerdings, dass alle Verantwortlichen den Überblick behalten haben. Und diese Hoffnung sehe ich darin bestätigt, dass man offensichtlich kontinuierlich versucht, die Stärken der Mannschaft wieder zu wecken.
----- Erwartungshaltung -----
Problematisch ist die Erwartungshaltung (auch die der Spieler) im Zusammenhang mit dem Wissen über der Qualität und Möglichkeiten, die die Mannschaft in der Vergangenheit, aber auch in der diesjährigen Champions League gezeigt haben. Was vermutlich zwangsläufig dazu führt, dass man Niederlagen bzw. Ergebnisse in den Vordergrund stellt und Sätze fallen, es sei zu wenig, was die Spieler zeigen bzw. dass Einstellung oder gar die Qualität fehle.
Mir ist das zu oberflächlich und, auch wenn ich später aufzeigen möchte, dass Vergangenes oder Erlebtes nur bedingt hilft, das Jetzt und Zukünftige zu verbessern, gibt es viele Situationen, in denen der BVB schon gezeigt hat, dass er Spieler entwickelt und Formtiefs durch gezielte, weniger kurzfristige Maßnahmen überwunden wurden.
----- Kein Kurswechsel -----
Nun gibt es viele unterschiedliche Ansätze, wie man die Mannschaft wieder auf Kurs bringen kann und in meinen Augen versucht man zu Recht, nicht den Kurs zu wechseln, sondern die Stärken der Gruppe und der einzelnen Spieler wieder hervorzuheben. Ein Kurswechsel, also eine Abkehr von der erfolgs- oder nach vorne orientierten Spielphilosophie hin zum defensiveren Spielstil von typischen Abstiegskandidaten verbietet sich allein schon aufgrund der Zusammenstellung des Kaders!
Was jeder verinnerlichen muss, ist, dass es immer wieder Rückschläge und Einflüsse (insbesondere Verletzungen / siehe Hummels) geben wird, die man nicht kontrollieren kann. Man muss vielmehr aus den Spielerköpfen herausbekommen, dass man dem ausgeliefert ist, denn schnell werden diese Erlebnisse zu unterschwelligen Traumata, die sich auch auf die mentale Kraft auswirken.
Gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, nur Vergleiche mit der eigenen Vergangenheit oder ähnlichen Situationen heranzuziehen, denn das hilft genau nur so lange, bis man wieder einen Schuss vor den Bug bekommt. Was in meinen Augen auch für abergläubische Rituale, wie Trikotwechsel oder hervorgezauberte Statistiken (z.B. keine Niederlage unter Flutlicht) gilt. Diese Situation ist, wie jede andere auch, einzigartig und kann weder historisch noch statistisch mit anderen verglichen werden. Erfahrungen im Umgang mit Krisen helfen sicherlich, aber die Analyse der Situation sollte immer im Vordergrund stehen.
So ist es jetzt also die Aufgabe, auch gegen das Misstrauen vieler erfolgsverwöhnten Menschen aus dem Umfeld, "einfach" weiterzumachen. Die Spieler, die weder eine gemeinsame Vorbereitung, (wenn sie überhaupt eine) hatten, noch die Möglichkeit bekamen, sich während der Saison aufeinander abzustimmen, bekommen entsprechend die Zeit, sich auf dem Feld einzuspielen.
Das ist tatsächlich in den letzten Wochen immer mehr gegeben und wenn man sich die Entwicklung der Spiele von Köln bis Bayern anschaut, dann sieht man, dass es Spielern wie Reus, Mkhitaryan, Kagawa und Aubameyang immer besser gelingt, ein Spiel aufzuziehen, was zwangsläufig Chancen und bald auch wieder ausreichend Tore bringen wird.
----- Das Wissen (!) der eigenen Stärke -----
Bleibt das Thema "individuelle Fehler", die vermehrt zu Gegentoren geführt haben und Niederlagen besiegelt haben. Hier muss man Fehler akzeptieren bzw. erkennen, dass nach entsprechenden Gegentoren nicht alles zusammenbrechen muss. Gegentore passieren hauptsächlich aufgrund von Fehlern, aber auch durch Glücksschüsse, seien sie abgefälscht oder einfach außergewöhnlich gut getroffen.
Der Glaube an die eigene Stärke muss wieder kommen und da helfen Erfolgserlebnisse, die nicht nur in Toren oder Siegen zu sehen sein dürfen, sondern in gewonnenen Zweikämpfen und gelungenen Ballstafetten. Und da muss man hinkommen, es darf auch eigentlich nicht "Glauben" heißen, sondern muss vielmehr das Wissen um die eigene Stärke sein!
----- Die nächsten Schritte und Rückkehrer -----
In der kommenden Woche hat man zusätzlich auch einmal ein wenig Zeit, sich auf ein Spiel gemeinsam (!) vorzubereiten, da man schon am Dienstag in der Champions League spielt und erst am Sonntag gegen den starken VfL aus Mönchengladbach. Abläufe, aber auch Standards sollten hier im Vordergrund stehen und die Mannschaft wieder ein paar weitere Schritte nach vorne bringen. Aber auch da gilt, dass das Spielergebnis nur kurzfristig wichtig ist, sondern viel mehr der Weg, wie man das Ergebnis selbst beeinflusst, dass man es sich nämlich verdient. Ein Glückssieg, der entsteht, ohne tatsächlich zu wissen, was man anders oder besser gemacht hat, kann schon beim nächsten Rückschlag mehr Zweifel erzeugen!
Spieler, wie Kirch, Kuba oder Sahin kommen zusätzlich hinzu, die sowohl Stabilität und Spielverständnis mitbringen, aber auch hier gilt, dass man Zeit benötigt, um die Qualität voll ausschöpfen zu können.
Es ist schade oder ärgerlich, dass man in eine solche (Tabellen-) Situation gekommen ist, aber der eingeschlagene Weg aus dieser Situation bietet die Chance, etwas aufzubauen, was langfristig stabil ist und nicht, wie bei anderen Vereinen, immer wieder neu zusammenbricht!
Donnerstag, 30. Oktober 2014
"Spitzenspiel"
Am Samstagabend steigt es also: das Spiel der beiden Teams, die in den letzten Jahren den deutschen Fußball nach außen so großartig vertreten haben. Und schon werden wieder Vergleiche gezogen und Gründe für die unterschiedliche Entwicklung nach dem Double des BVB 2012 herangezogen.
Sicherlich gibt es diverse Gründe, warum der BVB aktuell in der Bundesliga hinterherhinkt, aber war es nicht schon im Herbst letzten Jahres klar, dass der BVB nicht nur personell, sondern auch an seiner Philosophie etwas ändern muss, wenn man in der ausgeglichsten Liga der Welt permanent oben stehen möchte?
Die Chance dazu ist nach dem Weggang von Lewandowski gekommen, nur die Umsetzung ist aufgrund diverser Einflüsse schwierig. Die Voraussetzungen bzw. Spielertypen sind vorhanden und mit den Neuzugängen hat der BVB Platz für Variationen. Einzig die Zeit, um sich mit Systemen und Abläufen zu beschäftigen fehlt und zurück zum Lewandowski-System kann man nur bedingt, weil erstens kein Spieler (auf dieser Welt) seine Qualität auf den Platz bringt und zweitens das System zwar nicht entschlüsselt, wie so oft geschrieben, wurde, sondern, weil es zu wenig Konstanten im Spiel gibt. So reicht es für die Gegner keine Fehler zu machen und zu hoffen, dass das Glück auf ihrer Seite ist.
Allein wenn man sieht, wie sich der BVB die Tore gegen St. Pauli erarbeiten muss und gleichzeitig die Bayern durch krasse Abwehrfehler oder abgefälschte Schüsse zu Toren kommen, zeigt wie einfach Fußball sein kann. Leider haben die Gegner des BVB zurzeit die Einstellung, dass man mit großem Einsatz etwas erreichen kann und schmeißen sich in jeden Ball, was die Teams bei Spielen gegen Bayern vermissen lassen. Das Spiel und die Tore von Bremen in München zeigen das eindeutig.
Jetzt kommt also das Spiel, was in meinen Augen nur aus Gründen der Fußball-Romantik gegen Bayern laufen kann, aber das steht uns ja auch manchmal ganz gut.
Unabhängig vom Ausgang muss man in dieser Phase an seinem Weg festhalten und hoffen, dass die Spieler, die so langsam wieder in Form kommen, nicht durch Verletzungen oder mediale Spielchen (Reus/Bayern, Hummels/Weidenfeller) während des so wichtigen Umschwungs aus dem Tritt gebracht werden.
Sonntag, 19. Oktober 2014
Die Krise
Jetzt kann man in meinen Augen tatsächlich das Wort Krise bezüglich der aktuellen Situation des BVB nutzen!
Wenn man allerdings die Analysen betrachtet, fällt auf, dass sich die Medien, vielleicht auch die Verantwortlichen, sehr an den individuellen Fehlern oder Gründen für die jeweiligen Leistungsschwankungen einzelner Spieler aufhalten und wenig hinterfragt wird, warum z.B. welcher Spieler wann in die (Start-) Elf rotiert und warum manche Spieler eben nicht auflaufen.
Mich wunderte, als ich die Aufstellung sah, dass gerade die defensiv ausgerichteten Spieler (Bender und Subotic), die mit Gündogan, Reus und Mkhitaryan in der Länderspielpause trainieren konnten, nicht starten durften. Vielleicht bin ich da zu unerfahren oder optimistisch, aber mit den Verbliebenen hätte man in der Zeit, doch die Abläufe und Laufwege trainieren können, die auch gestern wieder nicht zu erkennen waren.
Dass man Bender zugunsten Gündogan auf der Bank ließ, zeigt, dass man einerseits keine weiteren Systemexperimente in der aktuellen Phase starten wollte bzw. eine Raute mit Bender, Kehl und Gündogan wohl nicht für sinnvoll hält. Und ich glaube, man wollte zudem ein kleines Signal des Neuanfangs nach aussen setzen, indem man eben "klingende Namen" bringt. Leider taten sich die vielen "gelernten" Zehner (Gündogan, Reus, Mkhitaryan, Kagawa) auf dem Platz nicht wirklich leicht und hatten teilweise kontraproduktiv wirkende Ansätze in den Offensivaktionen.
Mats Hummels, soll zudem wohl als neuem Kapitän die Stammplatzgarantie bzw. Einsatzzeit Sicherheit bringen und die beiden eher weniger erfolgreichen Nationalmannschatsauftritte, scheinen da unserem Trainerteam nicht ausgereicht zu haben.
Wenn man das erste Tor sieht und viele weitere Szenen in der Mitte betrachtet, fällt aber auf, dass gerade dort im Kopfballspiel viele Zweikämpfe verloren wurden. Es ist sicherlich Spekulation, ob Bender, der allerdings auch nicht in bester bzw. stabiler Form zu sein scheint, mit Kehl da mehr hätte verhindern können, aber er hätte vielleicht wie Hummels auch ein wenig mehr Einsatzzeit verdient, um in Form zu kommen. Gegen Arsenal jedenfalls hat das Sechserpärchen mit den dahinter spielenden Sokratis und Subotic gut funktioniert, wobei die Ausrichtung des Gegners auch eine andere war.
Es scheint also so, als ob nicht nur die Spieler bei mehreren Lösungsansätzen, oft eine falsche Entscheidung treffen, sondern auch unser Trainerteam. Und da liegt auch ein wenig der Grund, dass alle sich bei der Bewertung so schwer tun oder hilflos wirken: man hatte nachvollziehbare Gründe, aber eben wenig Glück mit den Entscheidungen in letzter Zeit.
Jetzt muss man allerdings langfristige Planungen bzgl. des Aufbaus von Rückkehrern und der Integration von Neulingen über Bord werfen und nur noch kurzfristig bzw. pro Spiel entscheiden und ggf. auch die Spielweise und sogar das System ändern, um den jeweils nächsten Gegner zu schlagen und so Ergebnisse zu erzielen. Das gilt vor allem für die Bundesliga, denn da ist das Ziel, der direkten Champions League Qualifikation in Gefahr, während das zweite Ziel, einen Titel zu gewinnen, immer noch in Sicht ist.
Ich bin davon überzeugt, dass beide Ziele weiter realisierbar sind und man sich als Einheit aus dieser Situation befreien und eine Menge lernen kann. Aber dazu sollten in dieser Woche nicht wieder neue Drucksituationen (Niederlagen) durch falsche Entscheidungen entstehen.
Wir als Fans können durch positive Signale in Form von lautstarker Unterstützung dazu beitragen und sollten denen, die auf und neben dem Platz die Verantwortung tragen, zugute halten, dass keiner von ihnen solch eine Situation kennen kann und entsprechend auch Fehler gemacht werden.
Samstag, 27. September 2014
Die Saison ist noch jung ...
Fakten oder Realitäten werden total ignoriert, verfügt man schließlich über den besten Kader aller Zeiten. Tatsächlich verfügt man eben über diesen Kader noch nicht, denn er setzt sich aus Spielern zusammen, die entweder noch verletzt sind, lange verletzt waren oder erst seit ein paar Wochen zum Kader gehören. Das Mannschaftsteile zusammenspielen, selten aber in dieser Zusammenstellung trainieren, führt dazu, dass man durch solche Spiele wie gegen Mainz, Stuttgart und Gelsenkirchen einfach durch muss. Dass leider der Gegner jeden Fehler, der gemacht wird, bestraft, gehört leider, zumindest gefühlt, zum BVB dazu, wie das fehlende selbst belohnen, z.B. für die Schlussphase gegen Stuttgart oder die zweite Halbzeit gegen die Blauen. Klopp hat trotzdem hoffentlich noch Lust genau an diesen Punkten zu arbeiten, denn Fehler wie in den letzten Spielen lassen sich aufarbeiten und haben unser Team schon immer motiviert. Ein wenig Glück oder auch mal mehr Pech beim Gegner würde das zwar beschleunigen, aber so bleibt die Spannung bei uns wenigstens da und man wird sich über verdiente, aber auch mal glückliche Siege freuen dürfen. Also bleibt schön realistisch und freut Euch drauf!
Donnerstag, 22. Mai 2014
Saisonfazit
Und wenn es dann mal eng wird, wie in Wembley oder jetzt in Berlin, braucht man eben ein wenig "Glück". Gegebenenfalls würde es auch schon ausreichen, wenn der FCB weniger Glück (siehe Bild neben an) hätte, aber Spieler wie Robben und zukünftig Lewandowski werden zumindest in Deutschland den Unterschied zu allen anderen Clubs ausmachen.
Der BVB hat eine Saison hinter sich, die wieder einmal große, emotionale Momente für uns Fans mit sich brachte. Nicht zuletzt der Tag in Berlin, aber auch das Rückspiel gegen Real Madrid, wo man vielleicht nicht Titel oder Siege einfuhr, aber auf dem Platz und den Tribünen Leidenschaft erleben durfte, haben den Verein insgesamt vorangebracht. Man konnte große Verletzungssorgen überwinden und hat gelernt, wie man langfristige Ausfälle kompensiert. Auch die Fans haben feststellen müssen, dass Spiele und Niederlagen wie im Spätherbst / Winter dazugehören und unsere Spieler, aber auch die Trainer, haben aus dieser Phase die Lehren gezogen und konnten eine erfolgreiche Rückrunde präsentieren mit dem Einzug ins Pokalendspiel, einem relativ ungefährdeten 2. Platz in der Liga und einem starken Auftritt als eine der acht besten Teams Europas.
All das wird den BVB noch einmal weiterbringen und lässt hoffen, dass der Weggang von Lewandowski so einfacher zu kompensieren sein wird. Wobei es auch darauf ankommt, wie die Neuzugänge (inkl. Gündogan, Subotic und Kuba) integriert werden.
Mats Hummels verspricht, dass ein Titel im nächsten Jahr herausspringt und bei zwei Finals in Berlin (DFB-Pokal und Champions League) wäre das tatsächlich schon wieder eine Reise wert. Nobby Dickel hofft dann auch gleich, dass es nicht unbedingt wieder ein Endspiel gegen die Bayern ist, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Roten in Berlin aufschlagen, ist wesentlich höher als unsere Chancen. Man kann aber mal träumen!?
Naja, zurück zu dieser Saison: ICH hab einen Pokal! ;-)
Einen Spieler der Saison herauszuheben, finde ich ganz besonders schwer, denn was Hummels, Sokratis, Reus, aber auch die vielgescholtenen Mkhitarjan und Aubamejang geleistet haben, ist der Wahnsinn. Und doch fällt mir jetzt einer ein, der vielleicht nicht viele Tore schießen konnte bzw. Spiele bestritten hat, aber dennoch überraschte und sich absolut verdient eine Vertragsverlängerung erspielt hat: Oliver Kirch! Klopp sagt, er habe noch nie einen Spieler über dreißig gesehen, der sich so weiterentwickelt habe und das hat ihn zu einem echten Highlight in dieser Saison gemacht! Er ist körperlich stark, hat Ruhe und Übersicht, Passgenauigkeit und Spielintelligenz. Nicht ganz in der Konstanz eines Gündogans der vorherigen Saison, aber durchaus überdurchschnittlich. Verlierer der Saison dürfte Julian Schieber sein, der zwar sehr wenig Zeit erhielt, um sich einzuspielen, aber zeigte, dass er offenbar nicht besonders stressresistent ist.
Zur Liga an sich kann man sagen, dass mich die Qualität vieler Spiele enttäuschte und gerade Vereine wie Stuttgart und erst recht der HSV zeigen, dass Tradition nicht gleich auch eine Garantie für sportlich, zeitgemäße Spielstärke sind. Dass nun ein Verein wie Paderborn in die Liga aufsteigt, zeigt wie wichtig die richtige Zusammenstellung der Mannschaft ist und da ist der BVB ja nicht ganz unbeteiligt bzw. hat einige der Spieler ausgebildet.
Ich fürchte, dass das Niveau der Liga sich auch in der Nationalmannschaft widerspiegeln wird und der deutsch Fußball erneut in die Röhre gucken wird, wenn es um den Titel geht. In meinen Augen sind gerade die Führungsspieler vom FCB ein Problem, denn Bayern lebte absolut von den "Ausländern" wie Robben, Thiago und Ribery, eventuell mit Abstrichen noch von Neuer, Lahm und Meyer... ach nee, der war ja Schiri und nicht Spieler des FCB!
Mario Götze hat gezeigt, was er kann und er durfte das nicht oft zeigen, aber vielleicht ist das eine kleine Chance für die Nationalelf, wobei mir seine Körpersprache negativ aufgefallen ist und ich denke, dass er einfach zu früh den Wechsel in die absolut erfolgsorientierte Welt (im Sinne von Erfolg mit allen Mitteln) des FC Bayern angetreten hat.
Die Liga in der nächsten Saison steht mit vielen Vereinen da, deren Zukunft relativ offen ist und es scheint so, als ob wieder "große Vereine" Probleme bekommen werden. In meinen Augen wird Paderborn die Zeit genießen, aber wieder absteigen. Wenn man dann sieht, wie sich Mainz, Freiburg und Hoffenheim entwickelt haben, erscheinen sie mir stärker als Vereine, wie der HSV oder Stuttgart, die auch mit ihren Umfeldern schnell Probleme bekommen. Problematisch kann es auch für Werder, den Kölner FC und Frankfurt werden, aber auch Mönchengladbach kann Probleme bekommen, wenn die Abwehr wackelt, vor einem neuen Torwart.
Es wird spannend und ich hoffe, dass mein BVB wieder vorne dabei sein wird, wobei die gerade vergangene Saison die beste Vorbereitung für eine erneut starke Saison gewesen sein sollte.
Donnerstag, 20. März 2014
Ohne Euch kein Wir...
Gerade hat Jürgen Klopp in seiner Pressekonferenz vor dem Hannover-Spiel seine Sicht und Einschätzung erklärt und ich denke, dass seine Art mit der Situation umzugehen auch den Spielern vermittelt werden kann.
Viele Fans, die nicht erst seit gestern ihren Unmut ob der relativ vielen Heimniederlagen geäußert haben, wird das egal sein, denn sie berufen sich auf ihr Recht als zahlende Kunden. Sie sind unzufrieden, weil die Leistung nicht (mehr) stimme oder der Wille fehle.
Mir stellt sich allerdings die Frage, was man meint, damit erreichen zu können?
Es gibt sicherlich viele Punkte, die man hätte anders angehen können. Ob man aber so weit in den Pokalwettbewerben gekommen wäre und gute Chancen auf den Wiedereinzug in die Champions League gehabt hätte, kann niemand sagen. Fakt ist, dass man es mit der Strategie, die Watzke, Zorc und Klopp gefahren sind, schaffen kann bzw. geschafft hat.
Eine Nichtunterstützung der Mannschaft kann diese Ziele allerdings gefährden und das gilt es zu verhindern.
Gerade jetzt, wo eben auf dem Platz nicht alles leicht von der Hand geht, bzw. vom Fuß, muss das "Wir" funktionieren, auch damit sich Spieler nachher nicht hinter der unruhigen Reaktion des Umfelds verstecken können.
Gegen Hannover, aber erst recht im Derby und vor allem nach diesen Spielen, müssen die Leute auf den Tribünen zeigen, dass sie wirklich immer fest und treu zusammen halten und echte Fans sind.
Sonntag, 16. März 2014
Schon wieder verloren!
Nach dem Arbeitssieg im Breisgau und einer spielfreien Traingswoche stand am Samstag die Herausforderung "Fohlenelf" im Tempel an. Den erneuten Ausfallmeldungen (Reus, Mkhitaryan) zum Trotz deutete Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz an, dass das äußerst unglücklich verlorene Hinspiel schon motivierende Wirkung haben sollte und somit ein Bestandteil der Ansprache zu Beginn der Woche war.
So begann der BVB dann auch das Spiel engagiert, wobei die Gladbacher früh aufzeigten, wie sie den Dortmundern entgegentreten wollten. Den mit einigen technischen Fehlern starteten Hofmann, der zunächst den Zehner gab, nahm man in der Mitte durch zwei eng gestaffelte Viererketten die Luft zum Atmen und hatte Glück, dass die Außenbahnen der Schwarzgelben einige Zeit brauchten, um sich einzuspielen. Dennoch wirkten die Angriffe durchaus gefährlich und genau zu dem Zeitpunkt, als das 1-0 in der Luft lag (u.a. nach einem Lattenknaller von Auba), stolperten die Gladbacher den Ball ins Tor vor der Südtribüne.
Die Dortmunder Angriffe wurden wieder unkoordinierter und wie schon gegen den HSV setzte es wieder einen zweiten Gegentreffer zum günstigen Zeitpunkt für den vorher lange sieglosen Gegner. Die gesamte Dortmunder Hintermannschaft sah mehr als überfordert aus, hatte danach allerdings keine großen Schwierigkeiten mehr und noch mehr als eine Halbzeit, um das Spiel zu drehen.
In der zweiten Halbzeit stellte der BVB taktisch und anschließend offenbar verletzungsbedingt (Piszczek) um. Die ansonsten schwachen Großkreutz und Hofmann durften sich, wenn auch auf anderen Positionen, weiter versuchen und der BVB versuchte ein Powerplay aufzuziehen. Hummels und Lewandowski waren hierbei die treibenden Kräfte und Jojic gelang ein Anschlusstreffer, der durch einen Handelfmeter hätte versilbert werden können, den der Schiedsrichter allerdings (fragwürdig) verwehrte.
Ein weiterer Treffer wurde aus verschiedenen Gründen zurecht nicht gegeben, weil Lewandowski zunächst im Abseits stand und dann gegen den starken ter Stegen Foul spielte.
Die Gladbacher verschleppten in der Endphase das Spiel glücklich und teilweise unsportlich (manche nennen es auch professionell) und sicherten sich die drei Punkte. Dass sie nach dem Spiel anführten, dass es aufgrund von vorher unglücklich verlorenen Spielen auch mal an der Zeit war, zeigt, dass der BVB auch mehr verdient gehabt hätte, allerdings schon wieder nicht genug in die Waagschale hat werfen können.
Es scheint so, dass der BVB Ausfälle von mehreren Stammkräften noch nicht verkraften kann, aber auch, dass man immer knapp dran ist und, wenn man von einer Übergangssaison ausgeht und die Erfahrungen richtig gedeutet werden, die weitere Entwicklung durchaus weiter positiv verlaufen sollte. Denn man sollte nicht übersehen, dass sowohl die Platzierung und der immer noch währende Tanz auf drei Hochzeiten ein großer Erfolg, erst recht angesichts der Umstände, ist.
Wenn die Verletzungssorgen weniger werden und sich das Umfeld in den nächsten zwei Wochen positiv verhält, wird der BVB eine starke Saisonendphase spielen. Wenn nicht, sollte trotzdem der vierte Platz haltbar sein.
Es bleibt spannend, allerdings halte ich die Stimmung und Ansprüche gegenüber der Mannschaft und den Verantwortlichen für sehr fragil, was ihnen weder gerecht wird, noch hilfreich ist.
Realistische bzw. finanzierbare Alternativen zum gegangen Weg sehe ich nicht.
Ist jemand anderer Meinung?

